US-Amerikaner lassen Autoabsatz boomen: Große Spritfresser sind wieder gefragter

General Motors mit 22% Absatzsprung im Jänner Deutsche Autobauer profitieren vom Aufschwung

US-Amerikaner lassen Autoabsatz boomen: Große Spritfresser sind wieder gefragter © Bild: EPA/Widdis

Die Arbeitslosigkeit in den USA geht zurück und die Amerikaner haben wieder mehr Geld in den Taschen. Das Abklingen der Wirtschaftskrise feiern sie mit dem Kauf von neuen Autos. Die Verkaufszahlen der drei großen Autobauer sind im Jänner deutlich nach oben gegangen und das, obwohl der erste Monat des Jahres normalerweise zu den schwächsten Verkaufsmonaten zählt.

Die Autokonzerne vermeldeten fast durch die Bank prozentual zweistellige Zuwachsraten im Vergleich zum Vorjahresmonat. Marktführer General Motors gab einen Absatzsprung um 22 Prozent auf 179.000 Wagen bekannt. Vor allem die in den USA so beliebten Geländewagen und Pick-up-Trucks liefen blendend.

Auch bei der Nummer zwei im Land, Ford, waren große Spritfesser gefragter. Mit den Pick-up-Trucks der F-Serie hat Ford den meistverkauften Wagen der Vereinigten Staaten im Programm. Insgesamt stiegen die Verkäufe auf 127.300 Autos, was einem Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht, wenn man die zwischenzeitlich nach China verkaufte schwedische Premiumtochter Volvo mit einrechnet. Ohne ergab sich sogar ein Zuwachs von 13 Prozent.

Chrysler, der kleinste und schwächste Autobauer der "Big Three" verkaufte 70.100 Wagen. Dies entspricht einem Plus von 23 Prozent. Vor allem die Geländewagen der Tochter Jeep fanden reißenden Absatz, mit dem neuen Grand Cherokee an der Spitze. Dagegen fielen die Verkäufe von Personenwagen teils drastisch. Chrysler krempelt gerade seine Modellpalette um und bringt reihenweise neue oder überarbeitete Wagen heraus.

Pick-up-Trucks gefragter
Sowohl bei GM als auch bei Ford war auffallend, dass sich vor allem Privatleute wieder für den Kauf eines Neuwagens entscheiden. Bisher war die Erholung auf dem US-Automarkt eher von den Firmenkunden und hier speziell von den Autovermietern getragen worden. Die Hersteller räumen den Flottenbetreibern jedoch hohe Rabatte ein, was den Profit schmälert.

Die meistverkauften Wagen waren bei allen dreien die großen Pick-up-Trucks: Chevrolet Silverado, Ford F-Serie beziehungsweise Dodge Ram. Die Verkaufszahlen schnellten hier um bis zu 30 Prozent nach oben.

Deutsche Autobauer wieder am Zug
Von diesem Trend profitieren auch die deutschen Autobauer. So konnte Mercedes die Verkäufe seiner großen M- und GL-Geländewagen um bis zu 29 Prozent steigern. Der bayerische Rivale BMW vervierfachte nach einem Modellwechsel beinahe den Absatz seines X3 und schlug auch deutlich mehr große X5 los. Beide Konzerne fertigen ihre Geländewagen direkt vor Ort. Senkrechtstarter Audi, der die Wagen importiert, wurde bis zu 60 Prozent mehr Q5 und Q7 los.

Die deutschen Premiumhersteller konnten ebenfalls mehr Fahrzeuge unters Volk bringen. Die Massenmarke VW profitierte mit einem Absatzplus von 2 Prozent auf 18.400 Wagen dagegen nur unterdurchschnittlich vom boomenden US-Markt. Hier ist und bleibt die Mittelklasse-Limousine Jetta der Verkaufsschlager. Ein neuer, großer US-Passat kommt erst später im Jahr auf den Markt.

Toyota verkaufte 17 Prozent mehr Fahrzeuge und enttäuschte damit Marktbeobachter. Das Unternehmen kündigte neue Rabattmaßnahmen an. Die Japaner hatten im Jänner wegen möglicher Mängel erneut massenweise Autos in die Werkstätten gerufen.

(ap/red)