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Urteile gegen Polizisten wegen Massakers in Brasilien aufgehoben

2002 wurde das Gefängnis von Carandiru abgerissen

24 Jahre nach der blutigen Niederschlagung einer Gefängnisrevolte hat die brasilianische Justiz die Urteile gegen 73 Polizisten aufgehoben. Sie waren in verschiedenen Prozessen für den Tod von 77 der 111 Opfer des sogenannten "Massakers von Carandiru" für schuldig befunden und zu Haftstrafen zwischen 48 und 624 Jahren verurteilt worden.

Ein Berufungsgericht in Sao Paulo ordnete am Dienstag neue Gerichtsverfahren gegen die Polizisten an.

Es sei nicht die individuelle Verantwortung jedes Angeklagten für die einzelnen Todesfälle der Häftlinge festgestellt worden, hieß es zur Begründung. Die Staatsanwaltschaft kündigte Berufung vor dem Obersten Gerichtshof an, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

Am 2. Oktober 1992 hatten Hunderte Militärpolizisten das Gefängnis Carandiru im Norden Sao Paulos gestürmt, nachdem es dort zu Kämpfen unter Gefangenen gekommen war. Der argentinischen Regisseur Hector Babenco ("Kuss der Spinnenfrau") hatte das Massaker in einem Film dokumentiert. 2002 wurde das Gefängnis von Carandiru abgerissen.

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