Urteil von

Peter Wesenthaler
tritt Haft an

Urteil - Peter Wesenthaler
tritt Haft an © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Der Strafaufschub für den ehemaligen FPÖ-Generalsekretär und späteren BZÖ-Obmann Peter Westenthaler ist heute zu Ende gegangen.

Wann genau Peter Westenthaler seine Haft in der Justizanstalt Wien-Simmering antritt, wurde weder von seinem Anwalt noch von der Justizanstalt Wien-Simmering mit Verweis auf die Privatsphäre des Ex-Politikers bestätigt.

Das Wiener Oberlandesgericht (OLG) hatte Mitte März bestätigt, dass der 50-Jährige vier Monate im Gefängnis verbringen muss. Erst danach kann Westenthaler um den elektronisch überwachten Hausarrest ansuchen. Bei Westenthaler wurde die Fußfessel-Regelung aufgrund seiner Sonderstellung als früherer Spitzenpolitiker seitens der Justiz allerdings ausgeschlossen.

Zwei Jahren Haft, davon acht Monate unbedingt

Der frühere BZÖ-Chef und FPÖ-Politiker war in einem Verfahren um eine Förder-Million an die heimische Fußball-Bundesliga sowie eine 300.000 Euro-Zahlung der Österreichischen Lotterien an das BZÖ wegen schweren Betrugs und Untreue als Beteiligter zu zwei Jahren Haft, davon acht Monate unbedingt verurteilt worden.

Die Haft hätte Wesenthaler eigentlich schon im Mai antreten müssen, doch Richterin Marion Hohenecker gewährte ihm Aufschub.

»Meine Existenz ist vernichtet«

"Mein Berufsleben ist de facto zerstört", verkündete Westenthaler im März diesen Jahres vor dem Gericht. Er werde nie wieder ein politisches Amt oder eine Führungsposition in der Privatwirtschaft ausüben können: "Nicht mal im mittleren Management."

"Meine wirtschaftliche Existenz ist vernichtet. Das Ersparte ist weg, das man sich bis zum 50. Lebensjahr auf die Seite geräumt haben sollte", verriet Westenthaler. Das Verfahren habe ihn 250.000 Euro gekostet, "die ich nicht habe und wo ich nicht weiß, wie ich das bezahlen soll".

© APA/HERBERT PFARRHOFER Peter Westenthaler vor Beginn der Berufungsverhandlung am Dienstag, 13. März 2018, mit seiner Ehefrau und seiner Tochter

Westenthalers Anwalt, Thomas Kralik sprach davon, dass sein "Mandat durch die Hölle gegangen ist". Auch die Familie habe unter dem siebenjährigen Verfahren gelitten. Seine Schwester sei schließlich "ausgelöst durch das Verfahren" gestorben, meinte Westenthaler. Ein ungünstig verlaufener Verhandlungstag habe diese "leider zu viel aufgeregt. Sie hat einen Infarkt erlitten und ist in meinen Armen gestorben".

Privatkonkurs?

Gegenüber News verriet Westenthaler, dass ihn das langwierige Verfahren 250.000 Euro gekostet hat. Davon habe er bereits 150.000 bezahlte und damit sein Erspartes aufgebraucht. Im März schilderte er, dass ihm, um die restlichen 100.000 zusammenzukratzen, womöglich nur noch der Privatkonkurs bleibe. Conni, seine 21-jährige Tochter, verfasst emotionale Facebook-Postings: "Egal, was passiert, ich stehe hinter dir und schau alle böse an."

Die ganze News-Geschichte "Peter Westenthaler - Zwischen Florett und Hackbeil" zum Nachlesen

»Meine geliebte Südsteiermark, du wirst mir fehlen«

Selbst verfasst Westenthaler, sechs Tage vor Haftantritt, einen emotionalen Beitrag. "Meine geliebte, traumhafte Südsteiermark in der Dämmerung. Du fantastisches Land mit so wunderbaren Menschen. Wirst mir fehlen..." - Zu sehen ist ein Sonnenuntergang über den Weinbergen.

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