€uro-Millionen warten nur im Hauptbewerb:
Austria muss zuerst Qualifikation bestehen

Finanziell rechnen sich Qualifikationsrunden nicht Heuer vielleicht letzte Chance auf "leichtes Geld"

Für die Wiener Austria bleibt das Abenteuer Fußball-Europacup vorerst ein unbelohntes. Die Violetten, die gegen den kasachischen Vertreter Tobol Kostanaj zum bereits siebenten Mal in Serie in einen europäischen Club-Bewerb starteten, müssen zuerst in den Qualifikationsmühlen der "Zentral-und Osteuropa-Gruppe" bestehen, um via Hauptrunde den Sprung in die finanziell lukrative Gruppen-Phase zu schaffen.

"Zum jetzigen Zeitpunkt ergeben beide Spiele eine Unterdeckung. Sprich, es geht sich nicht aus", meinte Austria-Manager Markus Kraetschmer, der den Minusbetrag mit circa 80.000 Euro bezifferte. Zwar könne die UEFA die Vereine mit einem Solidaritätszahlung entlasten, über diese Zuwendung werde aber erst zu Saisonende entschieden.

Für die Austria ist die laufende Saison wohl die letzte Chance, um im internationalen Geschäft "leichtes" Geld zu verdienen. Nach dem UEFA-Cp-Viertelfinal-Einzug 2004/05 sind die Wiener in der Quali gesetzt und ersparen sich damit härtere Kontrahenten. Bereits ab kommender Saison könnte dies bei einem vorzeitigen Ausscheiden wegfallen, wenn die vor vier Jahren lukrierten Zähler in der UEFA-Fünfjahres-Wertung wegfallen. Das Erreichen der Gruppenphase könnte deshalb sportlich und finanzielle wichtig sein.

So blieb aus der vergangenen Europacup-Saison ein Plus von 750.000 Euro übrig, obwohl die Austria in der Gruppenphase in vier Spielen nur einen Zähler verbuchte. Viel steht und fällt mit den Geldern aus der TV-Übertragung. "Würden wir auf eine deutsche Mannschaft treffen, dann sind das fixe 500.000 Euro", meinte Kraetschmer, der seit Gründung der AG den Posten des Finanz-Vorstands einnimmt und damit auch das Budget überwacht.

Dieses liegt beim Dritten der abgelaufenen Saison bei 14 Millionen Euro und damit noch kolportierte zwei Millionen über jenem von Meister und Erzrivale Rapid. "Ein großer Erfolg, nach oben wird nicht mehr möglich sein", erklärte Kraetschmer, der nach dem Ende des Betriebsführungsvertrags mit Magna im Juni 2007 "kürzere und schnellere" interne Wege ausmachte. Kontakt mit Ex-Mäzen Frank Stronach habe man auf inhaltlicher Ebene keinen mehr gehabt.

Mit dessen Statthaltern Ernst Neumann und Peter Svetits von der Magna-Tochterfirma SMI habe es im Zuge der Verhandlungen nach dem endgültigen Ende des Sponsorvertrags im Frühjahr aber Gespräche gegeben. Ressentiments gegenüber dem neu formierten FC Magna, in dessen Richtung sich mit Kuljic, Sariyar, Fornezzi, Aigner und Grünwald im Sommer gleich fünf Austrianer verabschiedet haben, hege man aus Austria-Sicht frei nach dem Motto "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied" keinesfalls.

"Aus wirtschaftlicher Überlegung war die Zeit mit Magna eine sehr wichtige. Aber man hätte sicher mehr daraus machen können", gab der seit November 1997 im Club arbeitende Kraetschmer unumwunden zu. Ein etwas wehmütiges Auge wird im Hinblick auf den Ausbau des Trainingszentrums zum Beispiel nach Salzburg geworfen. "Red Bull - das muss man anerkennen - hat in so kurzer Zeit mehr geschafft."
(apa/red)