Urlauber und Formel 1-Fans bringen Stau: Bis zu 35 Kilometer Blechlawine auf A10

Burgenland: Ostautobahn mit Motorfans verstopft Geduldsprobe: Wartezeiten von drei bis vier Stunden

Urlauber und Formel 1-Fans bringen Stau: Bis zu 35 Kilometer Blechlawine auf A10 © Bild: APA/DPA

Zwar nicht rekordverdächtig, für Nichtbetroffene dennoch imposant und für Mitwirkende ärgerlich: Urlauber und Formel 1-Fans ließen die Tauern-(A10) bzw. die Ostautobahn (A4) zu überdimensionierten Parkplätzen werden. Bis zu 35 Kilometer Blechkolonne registrierten die Autofahrerklubs ÖAMTC und ARBÖ auf der A10, auf der A4 waren es bis zu 20 Kilometer.

Richtung Süden war einmal mehr die Tauernautobahn vor dem Tauern-Tunnel der längste Parkplatz Österreichs. Bereits ab Mitternacht gab es Blockabfertigung, den Höhepunkt erreichte die Reisewelle in der Zeit von etwa 7.00 bis 9.00 Uhr, als der Rückstau rund 35 Kilometer betrug. Die Blechkolonne reichte bis zum Knoten Bischofshofen zurück. Die Wartezeit betrug bis zu sechs Stunden.

Kein Rekordstau
Ein Rekordstau seien 35 Kilometer Länge für die A10 aber nicht, Kolonnen von 30 bis 35 Kilometer kämen immer wieder einmal vor, sagte der Polizist. Verwundert zeigte sich der Beamte allerdings, dass die Autofahrer die Ausweichrouten wenig nutzten. Auf der ÖBB-Tauernschleuse hätte es noch freie Kapazitäten gegeben, und auch auf die Strecke über den Tauern und Katschberg seien nur wenige ausgewichen.

In der Gegenrichtung behinderte ein Auffahrunfall im Katschbergtunnel in Kärnten den Ferienrückreiseverkehr nach Norden. In der Früh krachten laut ÖAMTC sechs Fahrzeuge ineinander, verletzt wurde bei dem Unfall allerdings niemand. Der Tunnel war wegen der Aufräumarbeiten in Fahrtrichtung Salzburg bis 9.30 Uhr gesperrt. In Richtung Süden bildete sich allerdings rasch ein zehn Kilometer langer Rückstau, der bis Eisentratten (Bezirk Spittal/Drau) reichte.

Motorsportfans sorgen für Stau
Auch im Burgenland sorgte die Anreise vieler Motorsportfans zum Formel-1-Grand Prix von Ungarn auf dem Hungaroring in Budapest und der Urlauberstrom im Burgenland zu einem ausgedehnten Stau auf der Ostautobahn (A4) bei Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) geführt. Am Vormittag war die Fahrzeugkolonne laut Informationen des ÖAMTC etwa 20 Kilometer lang. Auch seitens der Polizei wurde das starke Verkehrsaufkommen auf der A4 bestätigt.

Wartezeiten von drei bis vier Stunden mussten nach Angaben des Autofahrerklubs in Kauf genommen werden. Die Blechkolonne reichte fast bis Neusiedl am See zurück, wo wegen des Stadtfestes eine lokale Umleitung über die A4 eingerichtet wurde. Ein Grund für das starke Verkehrsaufkommen auf der Verbindung sei, dass die Leute nirgendwo anders eine Vignette bekämen als an der Grenze. Der ÖAMTC riet, bei der Fahrt nach Ungarn auf die Grenzübergänge Klingenbach und Pamhagen auszuweichen.

Staus gab es auch in anderen Ländern Europas: Bei einer Massenkarambolage auf der deutschen Autobahn A3 in der Nähe von Vilshofen (Landkreis Passau) in Bayern wurden Samstag früh neun Menschen verletzt. Wie die Polizei in Passau mitteilte, ereignete sich kurz nach 6.00 Uhr zwischen den Anschlussstellen Garham und Aicha am Wald ein Auffahrunfall, an dem sieben Fahrzeuge beteiligt waren. Eine Person wurde dabei schwer, acht Menschen leicht verletzt. Der dichte Urlaubsverkehr in Richtung Österreich führte bereits in den Morgenstunden zu langen Staus in Bayern.

In Frankreich führte die Reisewelle schon in der Früh zu Staus von einer Gesamtlänge von 300 Kilometer. Die Verkehrsdienste warnten vor einem neuen Staurekord von landesweit mehr als 1.000 Kilometern. Besonders dichter Verkehr herrschte im Großraum Paris und auf den klassischen Strecken in Richtung Süden um Lyon und im Rhone-Tal.

(apa/red)