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Urkunden für 1. österreichisches
UNESCO-Weltnaturerbe verliehen

Für Buchenwälder im Wildnisgebiet Dürrenstein und im Nationalpark Kalkalpen

Naturschutz - Urkunden für 1. österreichisches
UNESCO-Weltnaturerbe verliehen © Bild: APA/Nationalpark Kalkalpen

Die Urkunden für das erste österreichische UNESCO-Weltnaturerbe sind am Dienstag im Landhaus in St. Pölten verliehen worden. Das Welterbekomitee hatte im Juli Wälder im Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich und im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich als Teile des Weltnaturerbes "Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas" aufgenommen.

Die Eintragung in die Welterbeliste sei die "höchste Auszeichnung" auf internationaler Ebene, erklärte Umweltminister Andrä Rupprechter, der die Urkunden an Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und den oberösterreichischen Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl (alle ÖVP) überreichte. Früher beherrschten Buchenwälder das Landschaftsbild Mitteleuropas, heute sind davon nur noch wenige in ihrer ursprünglichen Form erhalten.

"Naturschutzpolitisch ein absoluter Meilenstein"

Das grenzüberschreitende Projekt zum Schutz alter Buchenwälder sei "naturschutzpolitisch ein absoluter Meilenstein", sagte Rupprechter. Formal handelte es sich bei der Entscheidung des UNESCO-Welterbekomitees um eine Erweiterung eines bereits bestehenden Welterbes in der Slowakei, Ukraine und Deutschland. Insgesamt umfasst das Gebiet nun zwölf Staaten mit 78 Teilgebieten und 92.000 Hektar an streng geschützten Buchenwäldern sowie 253.400 Hektar an Pufferzonen. Österreich ist mit rund 7.119 Hektar an geschützten Wäldern beteiligt, davon umfasst sind rund die Hälfte der Fläche des Wildnisgebietes Dürrenstein (1.867 Hektar) und rund ein Viertel des Nationalparks Kalkalpen (5.252 Hektar).

© UNESCO-Weltnaturerbe in Österreich

Österreich hat die Einreichung für die Erweiterung um 63 neue Teilgebiete in zehn europäischen Ländern koordiniert. Für einen einheitlichen Auftritt müssten auch sämtliche Aktivitäten in Bereichen wie Forschung, Monitoring, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit oder Marketing abgestimmt sein. Das Umweltministerium plane, die Koordinierung mit den elf anderen Staaten (Albanien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Kroatien, Italien, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien und Ukraine) für die nächsten zwei Jahre tatkräftig zu unterstützen und führend tätig zu sein.

»Wir wollen an einem Weltnaturerbe-Zentrum arbeiten«

"Wir wollen an einem Weltnaturerbe-Zentrum arbeiten", kündigte NÖ Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner an. Bund, Länder und die europäische Ebene hätten sich "committed, 2,5 Millionen Euro zu investieren". An der Realisierung des Zentrums arbeite Gerhard Heilingbrunner, Ehrenpräsident des Umweltdachverbandes. Die Auszeichnung sei eine "tolle Visitenkarte" und lasse Niederösterreich und Oberösterreich "ins Schaufenster der Welt rücken", betonte Mikl-Leitner.

Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter erklärte, die Ernennung zum Weltnaturerbe helfe bei der Bewusststeinschaffung sowie beim Schutz und Erhalt der Wälder, sei aber auch ein Imagefaktor und bringe internationale Aufmerksamkeit sowie ökonomischen und touristischen Mehrwert. Im bestehenden Nationalparkzentrum soll auch der Ernennung zum Weltnaturerbe Platz gewidmet werden. Der Nationalpark Kalkalpen zeichne sich durch "Artenreichtum und Vielfalt" aus, so Strugl. Es gebe 30 Waldtypen, 34 Baumarten und mehr als 1.560 Schmetterlingsarten, die älteste Buche sei 525 Jahre alt.

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