Urheber aus der Türkei & Südosteuropa: Fünfköpfige Gruppe war großer Drahtzieher

Arbeiteten eng mit einer anderen Gruppe zusammen Ermittler befürchtet "schwindelerregende Summen"

Urheber aus der Türkei & Südosteuropa: Fünfköpfige Gruppe war großer Drahtzieher © Bild: APA/EPA

Bei den Drahtziehern des Fußball-Wettskandals handelt es sich nach Informationen der "Berliner Morgenpost" um eine fünfköpfige Gruppe. Zu dieser gehörten neben dem einschlägig bekannten und inzwischen in Untersuchungshaft sitzenden Ante Sapina auch vier weitere Berliner mit südosteuropäischer und türkischer Herkunft.

Die Köpfe der Bande arbeiteten demnach eng mit einer weiteren Gruppe zusammen, die für die Umsetzung der Betrügereien zuständig waren, insbesondere für die Bestechungen von Spielern, Trainern und Schiedsrichtern. Wie die Zeitung aus Ermittlerkreisen erfuhr, gehört zu der Gruppe ein Berliner türkischer Herkunft, der sich vornehmlich um Manipulationen von Spielen in seiner Heimat gekümmert haben soll. Eine offizielle Bestätigung seitens der Behörden habe es mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht gegeben.

"Wir gehen davon aus, dass Manipulationen und Manipulationsversuche in dieser Form auch in vielen anderen Ligen von den Verdächtigen durchgeführt wurden", sagte ein Ermittler. Details wollte er nicht nennen, nach Informationen der Zeitung betrifft es aber vor allem ost- und südosteuropäische Ligen. In welchem Umfang die betrügerischen Wetten erfolgten, ist noch unklar. Ein Ermittler meinte dazu: "Wir stehen noch ganz am Anfang, und es würde mich nicht wundern, wenn am Ende schwindelerregende Summen herauskommen."

Im Kampf gegen die Fußball-Wettmafia hat die internationale Polizeiorganisation Interpol bereits im vergangenen Jahr allein in Asien 1.300 Verdächtige festgenommen und 16 Millionen US-Dollar (10,8 Mio. Euro) beschlagnahmt. Das geht aus einem Interpol-Bericht vom Juli 2008 hervor.

(apa/red)