Uranhaltige Flüssigkeit ausgetreten: Schon wieder Störfall in französischer Atomanlage!

Angeblich besteht keine Gefahr für die Umwelt Zweiter atomarer Zwischenfall in einem Monat

In Frankreich hat es erneut einen Störfall in einer Atomanlage gegeben. Aus einem Werk in Romans-sur-Isere im Südosten des Landes trete uranhaltige Flüssigkeit aus, erklärte die Atomaufsicht. Laut der Betreiberfirma Areva besteht aber keine Gefahr für die Umwelt.

Eineinhalb Wochen nach dem Austritt von uranhaltiger Flüssigkeit in der Atomanlage Tricastin hat es in Frankreich einen weiteren Zwischenfall gegeben. Nach einem Leitungsbruch sei im südfranzösischen Romans-sur-Isère in einer Brennstäbefabrik des Atomkonzerns Areva radioaktive Flüssigkeit ausgetreten, sagte eine Sprecherin der französischen Atomaufsicht ASN. Diese habe aber nach ersten Untersuchungen "keinen Einfluss auf die Umwelt, weil die Uranmengen sehr gering sind". Es gehe nur um einige hundert Gramm.

Der neue Vorfall ereignete sich unweit von Grenoble in der Fabrik FBFC, die Brennstäbe für Atomkraftwerke und Forschungsreaktoren herstellt. Areva habe die Atomaufsicht am Donnerstagabend über den Vorfall benachrichtigt, sagte die ASN-Sprecherin. Bei Bauarbeiten in der Anlage sei zuvor festgestellt worden, dass die Leitungsrohre "schadhaft" seien. Inspektoren der Behörde hätten darauf die Unfallstelle und die eingeleiteten Sicherheitsmaßnahmen untersucht.

Rohrleitung geschlossen
Laut der Areva-Tochter FBFC handelt es sich um eine Leitung, die eine Fertigungsstätte mit einer Reinigungsanlage verbindet. "Die Rohrleitung, die versagt hat, wurde geschlossen", erklärte das Unternehmen. Es schlug der Atomaufsicht vor, den Vorfall wie in Tricastin auf Stufe 1 der von 0 bis 7 reichenden Störfallskala einzuordnen. Die ASN-Sprecherin sagte, beide Vorfälle seien nicht vergleichbar, da in Romans anders als in Tricastin kein Uran in die Umwelt gelangt sei. "Der Grundwasserspiegel ist sehr weit weg, und der Boden ist wasserdicht versiegelt."

In Tricastin waren zuvor in dem Betrieb zur Reinigung verstrahlter Materialien sechs Kubikmeter uranhaltige Flüssigkeit in die Umwelt gelangt. Für Beunruhigung bei den Anrainern sorgen weiter schwankende Messungen des Urangehalts im Grundwasser.

(apa/red)