Unwetter von

"Sind um ihr Leben gerannt"

Evakuierungen, Gewitter und Niederschläge. Plus: Verletzte durch umgefallene Bäume.

Unwetter - "Sind um ihr Leben gerannt" © Bild: APA/Neumayr/Symbolbild

Verletzte nach schweren Unwettern in Niederösterreich und auch für die Steirer gibt es weiterhin kein Aufatmen: Im Niederschläge. Inzwischen wurden Teile des Schwarzenbachtals neuerlich evakuiert - 100 Personen fanden Unterschluft bei Verwandten und Bekannten. Unterdessen ist ein Mittelalterfest in Pöchlarn (Bezirk Melk) von einem wetterbedingten Unfall überschattet worden.

Aufgrund eines Gutachtens dreier Geologen, das die Situation als murengefährlich einschätzte, wurden die Evakuierungen vorgenommen. Für einige der Betroffenen war es bereits zum wiederholten Mal, dass sie ihre Häuser verlassen mussten. Laut Kurt Kalcher, Leiter des Katastrophenschutzreferats des Landes, betrug somit die aktuelle Zahl der Evakuierten im Schwarzenbachtal und in St. Lorenzen 250: "Damit sind wir auf der sicheren Seite. Jetzt müssen wir abwarten."

13 Verletzte bei Mittelalterfest
Ein heftiger Sturm hat zu einem Unglück bei einem Mittelalterfest in Pöchlarn (Bezirk Melk) geführt. Laut Feuerwehr stürzten gegen 17.45 Uhr Äste eines Ahornbaums im Schlosspark auf Zelte und Menschen. Die traurige Bilanz laut "144 - Notruf NÖ" nach über dreistündigen Bergungsarbeiten: 13 Verletzte, davon fünf Schwerverletzte. Ein siebenjähriger Bub erlitt eine Gehirnerschütterung.

Einige Personen wurden unter den Ästen eingeklemmt, sie mussten von der Feuerwehr mit Kettensägen befreit werden. Ein Großaufgebot an Helfern von Rotem Kreuz und Arbeitersamariterbund sowie Ärzten aus der Umgebung stand im Einsatz. Neben mehreren Rettungsfahrzeugen wurden zwei Notarzthubschrauber und zwei Notarztwagen entsandt. Das Gelände wurde in der Folge evakuiert und gesperrt, die Menschen wurden vorübergehend in einer Turnhalle untergebracht.

"Menschen sind um ihr Leben gerannt"
Es habe zuerst nach einem "normalen" Gewitter ausgesehen, weshalb einige Besucher das Gelände verließen, schilderte Johann Ertl, Obmann der Wieselburger "Sturmfalken", die bei dem Mittelalterfest als Darsteller mitwirkten. Sie selbst zurrten noch die Zelte fest, als eine Bö bereits diverse Stände umwarf. Als dann große Äste eines riesigen alten Ahornbaums vom Sturm abgerissen wurden, "sind die Menschen um ihr Leben gerannt", so Ertl. Von seiner Gruppe kamen alle - "bis auf ein paar blaue Flecken" - unverletzt davon.

Auch sonst gab es viel zu tun für die Feuerwehren in Niederösterreich. Allein im Waldviertel gab es 300 Einsätze. Stark betroffen war auch der Raum St. Pölten, leichter das Weinviertel und das südliche Niederösterreich.

Oberösterreich: 2.500 Feuerwehrleute im Einsatz
Schwere Gewitter haben Sauch in Oberösterreich zu massiven Schäden geführt. 2.500 Feuerwehrleute waren im Einsatz, mindestens 250 Alarmierungen gingen ein. Zahlreiche Keller wurden überflutet, umgestürzte Bäume blockierten Straßen und beschädigten Stromleitungen.

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