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Unwetter: 100 Keller in
Niederösterreich unter Wasser

Überflutungen in Teilen von Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark

Unwetter in Österreich © Bild: APA/BFVMZ PUSTERHOFER

Unwetter haben teils in der Steiermark, Niederösterreich und Salzburg zu Überschwemmungen geführt. In den obersteirischen Bezirken Murau und Bruck-Mürzzuschlag ist es zu Überflutungen und Vermurungen gekommen, wie Polizei und Feuerwehren am Dienstag mitteilten. Durch den heftigen Niederschlag wurden in Niederösterreich mehr als 100 Keller überschwemmt. Bereits tagsüber waren am Montag nach starken Regenfällen etwa 60 Feuerwehreinsätze registriert worden.

Niederösterreich: Notrufe im Minutentakt

Das nächtliche Unwetter in den Bezirken St. Pölten und Melk hat 53 Feuerwehren mit 750 Mann beschäftigt. 320 Einsätze waren zu absolvieren, lautete eine Zwischenbilanz des Landeskommandos Niederösterreich. Am Dienstagvormittag hatte sich die Lage "etwas beruhigt".

Am schwersten von den Unwettern waren die Gemeinden Wilhelmsburg, Rabenstein, Hofstetten-Grünau, Ochsenburg und Böheimkirchen im Bezirk St. Pölten betroffen. "Im Minutentakt gingen in der Bezirksalarmzentrale der Feuerwehr St. Pölten Notrufe von Haus-, Wohnungs- und Firmenbesitzern ein, deren Anwesen überschwemmt wurden", so Resperger. Alleine in Rabenstein wurde die Feuerwehr zu 70 und in Hofstetten/Grünau zu 50 überfluteten Kellern alarmiert.

Die enormen Regenmengen führten dazu, dass auch die B39 zwischen St. Pölten und Hofstetten-Grünau überflutet wurde und nicht mehr zu befahren war. An manchen Stellen traten auch die Perschling und die Pielach über die Ufer, was aber zu keinen erheblichen Schäden führte. Die Pegel sanken nach wenigen Stunden wieder. Um die Ortsfeuerwehren in den betroffenen Regionen bei den Pump-und Aufräumungsarbeiten zu unterstützen, rückten weitere Hilfskräfte aus benachbarten Gemeinden an, die vom Unwetter nicht betroffen waren. Auch mehrere Großpumpen mit einer Saugleistung von mehr als 200 Kubikmeter pro Stunde wurden "in die Schlacht geworfen".

Insgesamt standen im Bezirk St. Pölten mehr als 40 freiwillige Feuerwehren mit fast 600 Helfern im Einsatz. Die Pumparbeiten dürften noch den ganzen heutigen Tag andauern.

Steiermark: Murenabgänge verlegen Straßen

Gewitter haben am Montagabend in der Steiermark gewütet und in den Bezirken Murau und Bruck-Mürzzuschlag zu Überflutungen und Vermurungen geführt. In Neumarkt und Scheifling wurden Straßen verlegt, ebenso am Pogusch und im Stanztal. Die L104 bei Pernegg ist noch für mindestens zwei Tage gesperrt. Die Feuerwehren verzeichneten 78 unwetterbedingte Einsätze.

Unwetter in Österreich
© APA/BFVMZ PUSTERHOFER Unwetterschäden in der Stanz

In Mariahof in der Gemeinde Neumarkt in Steiermark und in Scheifling (Bezirk Murau) wurden die B317 und L513 durch Murenabgänge verlegt und waren bis zur Räumung durch die Straßenmeisterei nur erschwert passierbar. In St. Lorenzen bei Scheifling trat ein Bach über die Ufer und überflutete zwei Gemeindestraßen. Das Wasser drang in zwei Häuser ein und riss eine Hauszufahrt weg.

Am Pogusch im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag blockierte eine Mure die L123, diese musste für die Aufräumungsarbeiten für rund eineinhalb Stunden gesperrt werden. Personen wurden nicht verletzt. Eine örtliche Umleitung wurde eingerichtet. Im Gemeindegebiet von Stanz im Mürztal trat der Stanzbach nach einem Starkregen an mehreren Stellen über die Ufer und überschwemmte die L114. Die Straße war für rund zwei Stunden unpassierbar.

Unwetter in Österreich
© APA/ROLAND THENY/FILMTEAM-AUSTRIA Murenabgang zwischen Mixnitz und Breitenau am Hochlantsch

Die Sperre der L104 von Pernegg nach Breitenau am Hochlantsch (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag), die in der Nacht auf Montag von sechs Muren verlegt worden war, ist noch mindestens bis einschließlich Mittwoch gesperrt. "Der Geologe hat bei der Erkundung der Schadensstellen festgestellt, dass hinter einer bereits abgegangene Mure noch etliches Material lauert, das sich bei neuerlichem Regen in Bewegung setzen könnte", sagte Bürgermeisterin Eva Schmidinger (ÖVP) am Dienstag. In der Nacht auf Dienstag habe es zum Glück keine weiteren Regengüsse gegeben.

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© APA/BFV BRUCK MUR/ROLAND THENY

Laut Einsatzleitsystem der Feuerwehr-Landesleitzentrale in Lebring wurden 96 Einsätze registriert, zu denen 55 Wehren alarmiert wurden. Diese gliedern sich in acht Brand- und 88 technische Einsätze. Von letzteren waren 78 unwetterbedingt. Rund 380 Feuerwehrmänner und -frauen standen im Einsatz. Unwetter-Schwerpunkte waren neben den genannten Orten Teufenbach (Bezirk Murau), Mürzzuschlag sowie Kainach bei Voitsberg und vereinzelte Orte in den Bezirken Murtal, Weiz, Graz-Umgebung und Deutschlandsberg. Hauptsächlich waren Keller auszupumpen, Verklausungen zu öffnen und umgestürzte Bäume zu entfernen.

Almen im Pongau kurzzeitig nicht erreichbar

Die teilweise heftigen Gewitter mit Starkregen am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag haben in Salzburg nur geringe Schäden angerichtet. Im hinteren Ellmautal bei Großarl (Pongau) hat gegen 20.30 Uhr ein Erdrutsch die Straße verlegt. Die Fahrbahn konnte von der Feuerwehr mithilfe eines Traktors aber binnen einer Stunde wieder frei geräumt werden.

Weil zugleich ein wasserführender Graben über die Ufer trat und Geröll auf den Güterweg schwemmte, waren die Filzmoos- und die Loosbühelalm - zwei bekannte Almen am Ende des Ellmautals - kurzzeitig nicht erreichbar. Viele der Gäste die am Abend noch auf den Hütten waren, mussten bis 22.00 Uhr warten ehe sie heimfahren konnten. "Wir haben die Straße provisorisch freigemacht. Im Laufe des Tages soll sie dann wieder uneingeschränkt befahrbar sein", sagte der Großarler Feuerwehrkommandant Josef Prommegger.

Ansonsten hatten die Feuerwehren im Bundesland eine recht ruhige Nacht. Lediglich in Oberndorf und in Strobl (Flachgau) standen laut Landesfeuerwehrkommando gegen 2.00 Uhr Keller unter Wasser und mussten ausgepumpt werden. In Hallein wurde die Bundesstraße für kurze Zeit teilweise überflutet.

Im bayerischen Marktschellenberg an der Grenze zu Salzburg stürzte am frühen Montagabend ein 72-jähriger Einheimischer mit seinem Mercedes in die hochwasserführende Berchtesgadener Ache. Der Mann war zuvor in den Gegenverkehr geraten, rund 100 Meter über eine Wiese gefahren, gegen einen Siloballen und einen Holzstoß geprallt und schließlich in den Fluss gestürzt. Der Lenker konnte von Augenzeugen aus dem Auto befreit und ans Ufer gerettet werden. Er wurde laut Bayerischen Roten Kreuz schwer verletzt.

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