"Unverrückbar" vs. "Einstieg in Umstieg": SPÖ und ÖVP proben für Gesamtschul-Streit

ÖVP: Differenziertes Schulmodell ist "unverrückbar"

SPÖ und ÖVP wärmen sich für das Match um das Thema Gesamtschule bei den Koalitionsverhandlungen auf: Für die SPÖ geht es zwar "primär um die notwendige Reparatur im Bildungswesen, wie die Senkung der Klassenschülerzahlen oder die individuelle Förderung der Schüler", so Bildungssprecher Erwin Niederwieser in einer Aussendung. Allerdings sei ein "Einstieg in den Umstieg" in Richtung "Gemeinschaftsschule" entscheidend. ÖAAB-Chef Fritz Neugebauer, in der großen Koalitions-Arbeitsgruppe für Bildung zuständig, nannte das differenzierte Schulsystem dagegen einen "unverrückbaren Eckpfeiler der ÖVP-Bildungspolitik".

Uneinigkeit zum Thema "Gemeinschaftsschule" in der SPÖ sei "ein künstlich herbeigeführter Dissens, der in der Realität gar nicht besteht", meinte Niederwieser. Dieses stehe weiter auf der Agenda, sei aber "ein Projekt über mehrere Legislaturperioden". Daher werde niemand erwarten, "dass sich jetzt auf dem Papier die Formulierung 'sofortige Einführung der Gemeinschaftsschule' finden wird". Das Wort "Gesamtschule" wird in den SPÖ-Aussendungen derzeit durch "Gemeinschaftsschule" ersetzt.

Die ÖVP signalisierte beim Thema Gesamtschule dagegen keine Verhandlungsbereitschaft: "Eine mögliche Debatte zu schulorganisatorischen Fragen wird recht schnell beendet sein, wenn die SPÖ ausschließlich mit alten Hüten in die Verhandlungen gehen wird", so Neugebauer in einer Aussendung.

(apa/red)