"Unvernünftige" Bedingungen: Air France-KLM entschied sich gegen Kauf von Alitalia

Franzosen gegen "extrem hohe Preisforderung" Italienische Airline seit Jahren in Turbulenzen

Europas größte Fluggesellschaft Air France KLM hüllt sich über ihre Pläne zu einem möglichen Einstieg beim kriselnden Rivalen Alitalia weiter in Schweigen. Einen Bericht, wonach es sich gegen ein Angebot entschieden habe, wollte das Unternehmen nicht bestätigen. Die französische Zeitung "La Tribune" hatte berichtet, Air France KLM sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Alitalia-Übernahme zu teuer sei. Der Bericht schickte die Aktien der italienischen Fluglinie auf Talfahrt. Bei regem Geschäft gaben sie zeitweise fast fünf Prozent auf 1,01 Euro nach und fielen damit auf den tiefsten Stand seit Ende vergangenen Jahres.

"Air France KLM will dies absolut nicht kommentieren", sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Der Chef von Air France KLM, Jean-Cyril Spinetta, hatte sich zuletzt aus dem Alitalia-Führungsgremium zurückgezogen und damit Spekulationen über einen Zusammenschluss der Fluggesellschaften angeheizt.

"La Tribune" berichtete weiter, es sei wohl zu schwierig, den Alitalia-Konzern zu sanieren. Allerdings beobachte Air France KLM weiter die Situation und möglicherweise könnte ein anderer Alitalia-Interessent die Hilfe der französisch-niederländischen Gesellschaft benötigen. Spinetta hatte die Sondierungsgespräche im November bestätigt und dabei immer wieder betont, es werde erörtert, ob die beiden Fluggesellschaften eine gemeinsame Strategie hätten. Zu konkreten Verhandlungen wollte er sich nicht äußern.

Ein Angebot für Alitalia hat Air France KLM indes auch nicht ausgeschlossen. Dennoch hat das Unternehmen nicht den Anschein erweckt, es eilig zu haben, obwohl die italienische Regierung zu einer Entscheidung drängt. Auch der französische Präsident Jacques Chirac hatte sich für eine enge Kooperation der Gesellschaften ausgesprochen.

Die italienische Regierung will mindestens 30,1 Prozent ihres Anteils von 49,9 Prozent an Alitalia verkaufen. Ein Bieter wäre damit gezwungen, eine komplette Übernahmeofferte vorzulegen. Die Regierung hat Interessenten eine Erklärungsfrist bis zum 29. Jänner gesetzt. Air France-KLM gilt seit längerem als potenzieller Käufer und hält rund zwei Prozent an Alitalia. Alitalia hat seit 2002 keinen Jahresgewinn mehr geschrieben. (apa/red)