Unvergessene Hedy Lamarr

Hollywoodstar mit österreichischen Wurzeln hätte 101. Geburtstag gefeiert

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Hedy Lamarr wurde am 9. November 1914 in Wien als Hedwig Eva Maria Kiesler in eine jüdische Großbürgerfamilie geboren. Der Vater war Bankdirektor, die Mutter Pianistin. Ende der zwanziger Jahre wurde Hedy Kiesler von Max Reinhardt für die Schauspielerei entdeckt. Nach einer Ausbildung am Theater in Berlin kehrte sie nach Wien zurück, wo sie Anfang der dreißiger Jahre als Script-Girl beim Film zu arbeiten begann. An der Seite von Hans Moser und Heinz Rühmann spielte sie 1931 ihre erste größere Rolle in dem Streifen "Man braucht kein Geld". 1933, knapp 18-jährig, sorgte sie für internationales Aufsehen, als sie in der tschechisch-österreichischen Koproduktion "Ekstase" (Regie: Gustav Machaty) die erste Nacktszene der Filmgeschichte spielte.

Die Ehe mit dem Generaldirektor der Hirtenberger Patronenfabrik, Fritz Mandl, unterbrach die junge Karriere vorerst, 1937 verließ sie ihren Mann und das repräsentative Heim am Wiener Schwarzenbergplatz, ging nach London und wurde von MGM-Boss Louis B. Mayer nach Hollywood geholt. Dort avancierte sie zur "schönsten Frau der Welt" und drehte rund 30 Filme, u.a. mit Clark Gable, Judy Garland, Spencer Tracy und James Stewart. In Cecil B. DeMilles Bibelverfilmung "Samson und Delilah" spielte sie 1949 die weibliche Hauptrolle. Der von ihr kreierte Typus der dunkelhaarigen rätselhaften Schönheit hat einen bedeutenden Einfluss auf die Film-und Populärkultur ausgeübt. So diente sie etwa auch Pop Art-Ikone Andy Warhol als Bildmotiv.

Seit 1953 war Lamarr, die drei Kinder aus sechs Ehen hat, amerikanische Staatsbürgerin. Für einen Skandal sorgte 1966 eine vermeintliche Autobiografie, gegen die der Star wegen Rufschädigung Klage erhob. Die Künstlerin, in den USA nach wie vor eine Legende, lebte in ihren letzten Jahren zurückgezogen in Florida. In ihrer Heimat wurde sie 1999 zu ihrem 85. Geburtstag mit einer Ausstellung in der Kunsthalle und einer Retrospektive des Filmarchivs Austria gewürdigt. Sie fühle sich immer als Österreicherin, betonte ihr Sohn Anthony Loder damals bei der Ausstellungseröffnung, die er an ihrer statt besucht hatte.

Ehrgrab der Stadt Wien

Anlässlich ihres 100. Geburtstags im vergangenen Jahr erhielt Hedy Lamar 15 Jahre nach ihrem Tod ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof. "Hedy Lamarr konnte auf eine unvergleichliche Schauspielkarriere in Hollywood zurückblicken", erklärte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny damals in einer Aussendung. "Darüber hinaus hat sie sich auch als Erfinderin einer wichtigen Kommunikationstechnik einen Namen gemacht. Das von ihr mitentwickelte Frequenzsprungverfahren hatte sie unentgeltlich für den Kampf gegen die NS-Diktatur zur Verfügung gestellt."

Das Ehrengrab stellte eine weitere Würdigung durch die Stadt dar, die etwa den Hedy-Lamarr-Weg in Meidling geschaffen hat und die seit 2010 jährlich veranstalteten "Hedy Lamarr Lectures", eine Veranstaltungsreihe von Medienhaus Wien und der Akademie der Wissenschaften, unterstützt.

Kommentare

immerwieder melden

eine der schönsten frauen die jemals gespielt haben. ich würde mir SEEEEEHR!!! wünschen, dass man ihre filme im ORF bringt. dies wäre mehr als gerecht und würde dazu beitragen, dieses stück filmgeschichte nicht in vergessenheit geraten zu lassen!!!

neusiedlersee melden

Man bringt lieber in jeder Hinsicht billige deutsche Kriminlafilme, da das Volk auf diesem Niveau gehalten werden soll.
Fragen Sie wer heute noch weiß wer Hedy Lamarr war. Nicht ein Mal ein Promille kann diese Frage beantworten.

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