"Unüberlegte Aussage": Voves entschuldigt sich bei ÖVP für seinen Krebszellen-Sager

ÖVP akzeptiert: "Bedrückender Beigeschmack" bleibt Voves: Nur "bestimmte böse Zellen in ÖVP" gemeint

Der steirische SPÖ-Vorsitzende Landeshauptmann Franz Voves hat sich für seine Aussage, die ÖVP sei eine "genetisch bedingte Krebszelle" entschuldigt. "Ich nehme den Ausdruck zurück und entschuldige mich bei allen, die sich verletzt fühlen", sagte der Landeshauptmann vor Medienvertretern in Graz.

Die Aussage war am vergangenen Samstag bei einem Treffen der SPÖ-Landeshauptleute in Wien in Zusammenhang mit Anschuldigungen der ÖVP, die eine Parteinfinanzierung durch den ÖGB unterstellte, gefallen : "Ich sehe in der ÖVP eine genetisch bedingte Krebszelle, die immer schreit: Wir wollen die ganze Macht".

Voves meinte später, er habe nur "bestimmte böse Zellen in der ÖVP" gemeint. Bei seiner Entschuldigung für die "unüberlegte Aussage" verwies er nun auch auf das Schicksal seines Vaters, der an Darmkrebs zu Grunde gegangen sei.

Gleichzeitig äußerte der Landeshauptmann Sorge darüber, dass das "dirty campaigning" aus den USA überhand nehme und meinte, er würde sich darüber freuen, wenn auch die ÖVP gewisse Aussagen - etwa den Korruptionsvorwurf im Zusammenhang mit der Untersuchung von Missständen bei steirischen Spitalsbauten - zurücknehmen und sich dafür entschuldigen würde.

ÖVP-LHStv. Hermann Schützenhöfer nahm die Entschuldigung an, sagte aber, damit könne man nicht gleich zur Tagesordnung übergehen: Es bleibe ein "bedrückender Beigeschmack". Franz Voves habe sich damit nichts Gutes getan und das Amt beschädigt, so Schützenhöfer. Zuvor hatte Bundeskanzler ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel vom steirischen Landeshauptmann eine Entschuldigung gefordert.

Lopatka nimmt Entschuldigung an
Nüchtern hat ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka die Voves-Entschuldigung angenommen. Es sei dafür "höchste Zeit gewesen", meinte Lopatka, die Aussage sei der "absolute Tiefpunkt dieses Wahlkampfes" gewesen. "Über Stil-Fragen kann man geteilter Meinung sein. Mein Stil kann jedoch niemals Vorwand für eine solche niveaulose Entgleisung sein", so Lopatka weiter. (apa/red)