Untersuchungen im Südwestpazifik zeigen:
Klimawandel ändert Wachstum von Fischen

Ähnliche Entwicklungen in anderen Ozeanen vermutet Fische wachsen um 30% schneller als vor 50 Jahren

Untersuchungen im Südwestpazifik zeigen:
Klimawandel ändert Wachstum von Fischen

Der Klimawandel verändert das Wachstum mancher Fische im Pazifik. Durch die höheren Temperaturen in den oberen Wasserschichten wachsen die dort lebenden Fische knapp 30 Prozent schneller als noch vor etwa 50 Jahren, wie australische Wissenschafter in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften berichten. In den tieferen, abkühlenden Regionen hingegen verlangsame sich das Wachstum der Fische.

Thresher von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization (CSIRO) in Australien und seine Mitarbeiter hatten für ihre Studie acht verschiedene, besonders langlebige Fischarten aus dem Südwestpazifik untersucht. Die Forscher maßen die Wachstumsringe an den Ohrknochen von Fischen, die zwischen 1987 und 1996 gefangen wurden. Ähnlich wie die Jahresringe bei Bäumen erlauben diese Ringe Rückschlüsse auf das Alter und die Wachstumsgeschwindigkeit der Tiere.

Veränderung der Wachstumsgeschwindigkeit
Das Alter der untersuchten Fische betrug zwei bis 128 Jahre. Dann bestimmten die Forscher, um wie stark einzelne Exemplare der untersuchten Arten in ihren "Jugendjahren" gewachsen waren. Bei sechs der acht Arten habe sich die Wachstumsgeschwindigkeit im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts verändert, schreiben die Wissenschafter.

Wachstumsänderung durch Erderwärumg
Die Entwicklung der Wachstumsraten decke sich gut mit den Temperaturveränderungen im Südwestpazifik, schreiben die Wissenschaftler weiter. So seien die Oberflächentemperaturen in den vergangenen 50 Jahren gestiegen, in mittleren Tiefen hingegen gebe es seit Mitte des 19. Jahrhunderts einen Abkühlungstrend. Die anhaltende globale Erwärmung könne allerdings dazu führen, dass die Fische auch in größeren Tiefen künftig schneller wachsen.

Fischfang
Es sei denkbar, dass einige Arten auf Grund ihres schnelleren Wachstums die Belastung durch den Fischfang besser abfedern könnten. Die langsamer wachsenden Arten seien jedoch umso stärker durch die Überfischung bedroht. Vermutlich seien ähnliche Veränderungen auch in anderen Ozeanen zu beobachten.

(APA)