Untersuchung brachte Klarheit: Hermann Maier bestritt Spiele bereits als Asthmatiker

Helfender Spray musste erst genehmigt werden

Ski-Superstar Hermann Maier hat Asthma. Das ist nun am Rande der Olympischen Spiele in Turin bekannt geworden. Bestätigt hat sich die Diagnose bei einer Lungen-Untersuchung in Österreich, die der 33-jährige Salzburger während seiner krankheitsbedingten Olympiapause hatte machen lassen. Maier muss nun wie so viele andere Menschen und Spitzensportler einen speziellen Asthmaspray verwenden.

Maier war schon verkühlt zu den Spielen gereist, hatte den knapp über 2.000 Meter hoch liegende Olympia-Ort Sestriere aber nach der Abfahrt am ersten Sonntag sofort wieder verlassen, um sich daheim auszukurieren. Schon in der Abfahrt, in der er als Mitfavorit nur Platz sechs belegte, war der Flachauer durch massive Lungenprobleme extrem beeinträchtig gewesen. Ein Allergie-Test sowie eine spezielle Untersuchung beim Lungenfacharzt in Österreich brachte dann die Krankheit des Siegers von 53 Weltcuprennen ans Tageslicht.

Speziell Wintersportler - so im Alpinbereich etwa auch der Norweger Lasse Kjus - leiden wegen der extremem Anstrengungen in großer Kälte verbreitet an Asthma, nun auch Maier. Wohl schon seit längerer Zeit, denn der Salzburger schleppt diverse "Verkühlungen" schon seit Jahren mit sich herum. Im Olympia-Schauplatz Sestriere sind die Belastungen auch für Nichtsportler wegen der extremen Höhenlage in Verbindung mit der Feinstaubproblematik extrem, speziell wenn sie längere Zeit dort verbringen müssen.

Die meisten wirklich hilfreichen Asthmasprays stehen freilich auf der Dopingliste. Deshalb musste Maier nach der ersten Erkenntnis eine zweite, spezielle Untersuchung machen, um vom IOC und der FIS den benötigten Spray genehmigt zu bekommen. Das dauerte seine Zeit, deshalb konnte der "Herminator" erst am Tag vor dem Super G erstmals auf den passenden Spray zurückgreifen.

Zu kurz, um zu helfen, ist ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel überzeugt. Trotzdem holte Maier vergangenen Samstag Silber im Super G, zwei Tage später gewann der Weltmeister mit Bronze im Riesentorlauf seine insgesamt vierte Olympia-Medaille.

"Hermann hat während Olympia sicher nicht über seine volle Leistungsfähigkeit verfügt", sagte Schröcksnadel, den die Verzögerung der Genehmigung ziemlich gewurmt hatte. Maier nun womöglich in die Nähe von Doping zu rücken, sei abwegig. "Die Lungentests sind so, dass man sie nicht faken kann. Hermann Maier ist einfach krank!" (apa/red)