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Fünf Ideen, um den Unternehmergeist in Österreich zu stärken

Im weltweiten Vergleich nimmt Österreich einen der hinteren Plätze ein - noch

Leben - Fünf Ideen, um den Unternehmergeist in Österreich zu stärken © Bild: © Corbis. All Rights Reserved.

Am Mittwoch wurde eine Studie veröffentlicht, in der der weltweite Unternehmergeist verglichen wird. Das ernüchternde Ergebnis: Unter 44 untersuchten Ländern nimmt Österreich gerade einmal Rang 38 ein. Das muss jedoch nicht so bleiben.

Einmal mehr zeigt eine Untersuchung, dass Österreicher wenig interessiert an der Gründung eines Unternehmens sind. Der heuer erstmals auch für Österreich erhobene "Entrepreneurial Spirit Index" der Firma Amway (AESI) kombiniert drei Faktoren: Die Erwünschtheit Unternehmer zu sein, die Stabilität des Gründungswillens gegenüber der Ablehnung von Freunden und Familie sowie die Einschätzung des eigenen Wissens und der eigenen Ressourcen.

Im weltweiten Schnitt liegt der Index bei 51 Punkten, Spitzenreiter sind Indien, China und Thailand mit jeweils 79 Zählern. Europa ist insgesamt weit weniger gründungsfreundlich, der Kontinentalschnitt liegt bei 45 Punkten. In Europa führt Slowenien das Ranking mit 70 Punkten vor Litauen mit 60 und Finnland mit 54 an. Die Schweiz kommt auf 47 Zähler, Österreich erreicht 35, Deutschland sogar nur 31. Weltweites Schlusslicht ist übrigens Japan mit 19 Punkten.

Laut Index ist das Unternehmerdasein nur für 27 Prozent der Österreicher wünschenswert. 40 Prozent würden sich auch von Familie oder Freunden nicht von der Gründung abhalten lassen und 37 Prozent denken, dass sie über die nötigen Fähigkeiten und Ressourcen verfügen, um ihr eigenes Unternehmen zu gründen.

Um den Unternehmergeist in Österreich zu stärken, ist also einiges an Arbeit nötig. Wir haben fünf Punkte gesammelt, um die Gründungsfreundlichkeit zwischen Neusiedler und Bodenseezu heben.

1. Unternehmergeist früh fördern

Wem schon in der Schule vermittelt wird, dass Gründen etwas Positives ist, wird später sicher eine positivere Einstellung entwickeln. Mit Hilfe von Projektarbeiten ließe sich hier viel tun, um den Schülern spielerisch unternehmerisches Denken nahezubringen.

2. Vorbilder ehren

Menschen, die mit Mut zum Risiko und einer Vision einen erfolgreichen Weg gegangen sind, gehören vor den Vorhang gezogen. Ob durch mediale Berichterstattung oder die Möglichkeit, Gründer selbst kennenzulernen, Testimonials sind äußerst wichtig.

3. Lohnnebenkosten senken

Es ist ein altes Lied: Die Lohnnebenkosten (Sozialversicherungsbeiträge, Altersversorung etc.) in Österreich bewegen sich auf hohem Niveau. Während auf eine Arbeitsstunde in Deutschland auf 100 Euro Bruttoverdienst im Schnitt 27 Euro draufgeschlagen werden, sind es in Österreich 37 Euro. Der EU-Schnitt beläuft sich 31 Euro.

4. Steuererleichterungen ausweiten

Für Gründer gibt es eine Reihe von steuerlichen Erleichterungen wie etwa die Abzugsfähigkeit von Umschulungsmaßnahmen auf eine selbstständige Tätigkeit. Solche Förderungen gehören ausgebaut, um die Schwelle zu senken.

5. Steuerliche Gleichbehandlung garantieren

Gleiches muss gleich behandelt werden, dafür muss der Staat sorgen. In einigen Bereichen, etwa dem Mutterschutz, gibt es da noch Aufholbedarf.

Kommentare

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Das Ergebnis kann ich nur zu gut nachvollziehen. Es hat jeder mein Verständnis, der von so einer Entscheidung Abstand nimmt, oder sich mit seinen Unternehmungen in unternehmerfreundliche Rechtssysteme geht, die einen nicht so drangsalieren und Risiken und Problemen aussetzen, die bei einer unternehmensfreundlichen Kultur vermeidbar wären. Leidtragend ist unsere Gesellschaft, da so oder so....

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ein potentielles Steueraufkommen ebenso nicht generiert wird, wie mögliche Arbeitsplätze nicht, oder eben woanders geschaffen werden. Und unsere größten Mitbewerber sind nicht mehr die asiatischen Staaten oder (teils trockengelegte) Steueroasen, sondern innovative Staaten, speziell aus Osteuropa, welche die Zeichen der Zeit in ihrem Sinne zu nutzen verstehen.

Eine Schul- oder gar Verwaltungsreform, die diesen Namen verdient, wird es nicht geben weil Beamte, öffentlich Bedienstete, Kammerfunktionäre und sonstige aus geschützten Bereichen mit einer satten 2/3-Mehrheit im Parlament vertreten sind und diese daher NIE, NIE, NIE einer dringend notwendigen, umfassenden Verwaltungsreform zustimmen werden.

Warum leigt Österreich so weit hinten?
Weil SPÖ+ÖVP jedes Jahr noch zusätzliche Hürden beschließen.

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