Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen: Milliardär Karl Flick in Velden beigesetzt

Neben Familie Prominente aus Politik und Gesellschaft 79-Jähriger war nach schwerer Krankheit gestorben

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen: Milliardär Karl Flick in Velden beigesetzt

Im Beisein von etwa 300 geladenen Trauergästen ist der Milliardär und frühere deutsche Großindustrielle Friedrich Karl Flick am Ortsfriedhof von Velden am Wörther See beerdigt worden. Der Wahlösterreicher war am 6. Oktober im Alter von 79 Jahren nach schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie in seiner Villa am Wörthersee gestorben.

Neben Familienangehörigen und Prominenten nahmen Vertreter der Kärntner Politik am Begräbnis teil. Ortsbewohner und Zaungäste waren ebenso ausgeschlossen wie Medienvertreter. Bereits in den frühen Morgenstunden sicherten Angehörige einer Security-Firma das Gelände rund um die Veldener Kirche und den nahe gelegenen Friedhof. Später gesellten sich Beamte der österreichischen Staatspolizei und uniformierte Polizisten dazu, um ungebetene Gäste fern zu halten.

Neben der Witwe Ingrid Flick und den sieben Jahre alten Zwillingen Victoria-Katharina und Karl Friedrich sowie zahlreichen Angehörigen der Familie Flick zeigten sich etliche Freunde. Unter ihnen waren Filmregisseur Carl Spiehs, Prinz Georg von Hohenzollern, Herzog Max von Bayern, Entertainer Franco Andolfo und der Münchner Feinkost- Spezialist Gerhard Käfer. Aus der Kärntner Politik waren Landeshauptmann Haider und Veldens Bürgermeister Ferdinand Vouk anwesend.

Die Trauerzeremonie wurde von Kärntens Superintendenten Manfred Sauer und dem katholischen Geistlichen Arnold Metnitzer geleitet. Nach der Trauerfeier in der von weißen und roten Rosen ausgeschmückten Kirche bewegte sich der Zug auf den Friedhof, wo sich Matthäus Lackner, Leiter des Flick'schen Forstgutes Rottenmann in der Steiermark, mit sehr persönlichen Worten von seinem Dienstgeber verabschiedete.

Nach dem Begräbnis in Velden fuhren die Trauergäste in einem Autokonvoi nach Klagenfurt weiter, wo im Dom die Totenmesse zelebriert wurde. Der Schönberg-Chor und das Wiener Kammerorchester unter der Leitung von Erwin Orthner führten das Mozart-Requiem auf. Zusätzlich spielte die weltberühmte Geigenvirtuosin Anne-Sophie Mutter.

Die Totenmesse im Dom wurde, wie schon in der Veldener Kirche, vom Kärntner Superintendenten Manfred Sauer und dem katholischen Priester Arnold Metnitzer geleitet. Musikliebhabern wurde der Zutritt zum Gotteshaus nicht verwehrt, lediglich fotografieren war strengstens verboten. Die deutsche Geigerin Mutter gab nach der Predigt ein Stück von Johann Sebastian Bach zum Besten, zum Abschluss spielte sie in Begleitung des Domorganisten Klaus Kuchling das "Ave Maria" von Charles Gounod.

Die Sicherheitsvorkehrungen in Klagenfurt waren ebenso enorm wie schon zuvor in Velden. Um nur ja kein Foto von den sieben Jahre alten Zwillingen Victoria-Katharina und Karl Friedrich zuzulassen, wurden die privaten Sicherheitsleute am Vorplatz des Domes mit dem Wegweisungsrecht ausgestattet.

Schon in Velden hatte die Familie Flick für den Tag des Begräbnisses in mehreren Gebäuden das Haus- und das Wohnrecht erworben, um keinem Fotografen zu ermöglichen, aus einem Versteck zu knipsen. Neben einer von der Familie bestellten Fotografin durfte einzig ein Seitenblicke-Team des ORF-Kärnten vor der Kirche und auf dem Friedhof filmen.

Nach dem Requiem begab sich die Trauergesellschaft in das Klagenfurter Konzerthaus, wo normalerweise nicht nur Musikdarbietungen und Bälle, sondern auch diverse Parteitage stattfinden. Auf den eigens reservierten Parkplätzen standen reihenweise noble Limousinen mit vornehmlich deutschem Kennzeichen. Private und uniformierte Sicherheitskräfte patrouillierten in der näheren und weiteren Umgebung des Veranstaltungsortes.

(apa/red)