"Unseriös" und "verkürzt": Gorbach weist Kritik an Euratom-Mittel der Grünen zurück

Neue EU-Gelder für die Sicherheit von Kernreaktoren PLUS: Großes Networld-Special zu Tschernobyl

Vizekanzler Hubert Gorbach (B) hat die Kritik an der Erhöhung der Mittel für Euratom im 7. Rahmenprogramm für Forschung der EU zurückgewiesen. Diese Kritik, die sowohl von den Grünen als auch von SPÖ- und FPÖ-Seite erhoben wurde, sei "unseriös" und "verkürzt", so Gorbach laut seinem Sprecher Martin Standl. Gerade die Grünen habe er, Gorbach, zumindest in Umweltbelangen bisher für eine seriöse Bewegung gehalten und nicht für eine, die mit Polemik an die Dinge herangehe.

Die erhöhten Mittel für Euratom sollen in erster Linie in die Forschung für mehr Sicherheit von Kernreaktoren und neue sichere Entsorgungslösungen investiert werden, und andererseits in neue Technologien wie die Fusionsforschung, unterstrich Gorbach. Dies sei "genau das Gegenteil dessen, was die Grünen und die Sozialdemokraten als Teufel an die Wand malen". Gorbach betonte, er sei immer schon Gegner der Atomkraft gewesen und habe dies auch immer zu verstehen gegeben. Daher würde er es als Forschungsminister und EU-Ratsvorsitzender nicht zulassen, dass für Atomenergie, wie die Grünen gemeint hatten, die EU-Mittel erhöht würden.

Im 7. Rahmenprogramm für Forschung (2007-2013) sollen die Mittel für das Euratom-Programm deutlich von bisher 1,2 auf 4,1 Mrd. Euro erhöht werden. Die Verteilung der Gelder wurde am Freitag beim Informellen EU-Wettbewerbsrat in Graz besprochen.

Für die FPÖ bezeichnete der stv. Bundesparteiobmann Norbert Hofer das Aufstocken der Euratom-Mittel am Samstag "als einen Skandal erster Güte". "Das ist eine Ohrfeige ins Gesicht all jener, denen unsere Umwelt und die Zukunft unserer Kinder ein Anliegen sind." (apa)