UNO-Gesandter übt heftige Kritik: Israel verletzt mit Gaza-Offensive Menschenrechte

Experte kritisiert Haltung des Nahost-Quartetts

Die Vereinten Nationen haben Israel wegen der Belagerung des Gazastreifens im Zuge der Geisel-Krise Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Die israelische Militäraktion nach der Entführung eines Soldaten durch palästinensische Extremisten zeuge von unverhältnismäßiger Gewalt gegen Zivilisten, sagte der UNO-Menschenrechtsgesandte John Dugard. Israel habe zudem gegen fundamentalste humanitäre Normen verstoßen, sagte Dugard auf einer Sondersitzung des UNO-Menschenrechtsrats.

Der südafrikanische Rechtsanwalt kritisierte zudem die Haltung des Nahost-Quartetts gegenüber Israel. Indem die EU, die USA, Russland und die Vereinten Nationen zahllose israelische Verstöße gegen Menschenrechte, internationales Recht und andere Standards ignorierten, bestraften sie das palästinensische Volk.

Der erst kürzlich gegründete Menschenrechtsrat war auf Initiative arabischer und moslemischer Staaten zusammengekommen, um über eine mögliche Rüge für Israel zu beraten. Nach dem Willen der Initiatoren soll Israel zudem zu einem Stopp der Militäroffensive aufgefordert werden. Ein Resolutionsentwurf arabischer und moslemischer Länder beschuldigt Israel, palästinensische Anführer willkürlich zu verhaften. Außerdem habe die Armee Brücken sowie die Elektrizitäts- und Wasserversorgung zerstört.

Die Sondersitzung wurde auf Antrag arabischer Staaten einberufen. Der israelische Botschafter am europäischen UNO-Hauptquartier in Genf, Yitzhak Levanon, bezeichnete die Sitzung als "geplanten und vorsätzlichen" Angriff auf sein Land. Der Rat setze die antiisraelischen Vorurteile fort, die bereits die aufgelöste Menschenrechtskommission vertreten habe. Er warf dem Rat Doppelmoral vor. Die aktuelle Krise sei von einer Gruppe palästinensischer Terroristen und nicht von Israel provoziert worden. (apa/red)