UNO-General traf heimische Polit-Spitze:
Wunsch nach mehr Einsätzen Österreichs

Weitere Missionen wären "sehr begrüßenswert" Gespräch mit Faymann über Klimaschutzziele

UNO-General traf heimische Polit-Spitze:
Wunsch nach mehr Einsätzen Österreichs
© Bild: APA/Schlager

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon ist in Wien mit der heimischen Staatsspitze zusammengetroffen. In Gesprächen mit Bundespräsident Heinz Fischer, Außenminister Michael Spindelegger (V) und Bundeskanzler Werner Faymann (S) wurden besonders die Situation in Kirgistan, Nahost, Afghanistan, österreichische Einsätze bei UNO-Friedensmissionen und internationale Klimaschutzziele erörtert.

Der UNO-Generalsekretär zeigte sich in Wien "tief beunruhigt" über die Unruhen in Kirgistan. Das Land müsse zu einer verfassungsmäßigen Situation zurückfinden. "Ich habe gespürt, dass Spannungen in der Luft liegen", sagte Ban über seinen Besuch in Kirgistan vor wenigen Tagen.

"Hohe Wertschätzung" von Ban
Der Außenminister sprach gegenüber Ban neue Vorschläge für UNO-Institutionen in Österreich an: Einerseits will Österreich ein Verbindungsbüro für Abrüstung im Rahmen der UNO einrichten, andererseits ein Regionalbüro für Osteuropa schaffen. Der UNO-Generalsekretär drückte seine "sehr hohe Wertschätzung" für den österreichischen Beitrag bei UNO-Friedensmissionen aus. Weitere Einsätze Österreichs und besonders den Einsatz von Frauen als Polizeioffiziere bei Friedenseinsätzen würde Ban nach eigenen Angaben "sehr begrüßen".

Faymann erklärte auf Journalistennachfrage, dass das Bundesheer weiter in der Lage sein werde, Friedensmissionen sowie internationale Einsätze im Katastrophenschutz durchzuführen. Es werde nicht auf Kosten der Friedensmissionen gespart. In Bezug auf den möglichen Einsatz Österreichs im Libanon sagte Faymann, dass der Verteidigungsminister etwaige neue Einsätze Österreichs prüfe.

"Wien ist mein zweites Zuhause"
Ban sprach auch von der "Notwendigkeit und Wichtigkeit der Eliminierung aller Atomwaffen". "Wir müssen eine Welt ohne Atomwaffen realisieren", sagte der UNO-Generalsekretär, der den Abrüstungsvertrag zwischen Russland und den USA, der in Prag unterzeichnet wurde, in diesem Zusammenhang begrüßte.

"Wien ist mein zweites Zuhause", sagte Ban, der früher südkoreanischer Botschafter in Österreich war. Zudem dankte Ban Österreich für seinen Beitrag im Rahmen der nichtständigen Mitgliedschaft im UNO-Weltsicherheitsrat. Spindelegger erwähnte, dass in Österreich im Juli die 18. Welt-Aids-Konferenz mit 20.000 erwarteten Teilnehmern abgehalten werde. Zudem wird nach Angaben Spindeleggers im September eine Anti-Korruptions-Akademie in Laxenburg eröffnet. Ban dankte Österreich in einigen Sätzen, die er auf Deutsch sprach, für die Gastfreundlichkeit und die gute Zusammenarbeit.

(apa/red)