UNO verlangt Erklärung: Haager Angeklagte
kamen in Uniform zu Milosevics Begräbnis

Ojdanic in Uniform, Amtsnachfolger erschien in Zivil <b>BILDER</b> von der Beisetzung des Ex-Präsidenten

Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien hat von den Belgrader Behörden eine Erläuterung zu der Teilnahme von mehreren Haager Angeklagten an dem Begräbnis des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic verlangt. Bei den Trauerfeierlichkeiten für den bekanntesten Haager Angeklagten war der frühere jugoslawische Generalstabchefs Dragoljub Ojdanic in Militär-Uniform erschienen.

Sein Amtsnachfolger, Nebojsa Pavkovic, war in Zivil dabei. In Pozarevac, wo die Bestattung stattfand, war auch der ehemalige jugoslawische Vizeregierungschef Nikola Sainovic anwesend.

Ojdanic, Pavkovic und Sainovic wurden zusammen mit Milosevic der Kriegsverbrechen im Kosovo im Frühjahr 1999 angeklagt. Sie befinden sich bis zum Prozessbeginn in Freiheit.

Entsprechend den Tribunalsregeln dürfen Angeklagte, die vorläufig freigelassen wurden, nicht bei politischen Kundgebungen auftreten. Auch ihre Bewegungsfreiheit ist stark eingeengt. Für die Reise nach Pozarevac mussten die drei Angeklagten mit ständigem Wohnsitz in Belgrad eine besondere Genehmigung der Behörden beantragen. (apa/red)