UNO verlangt sofortiges Ende der Gewalt
im Nahen Osten: Scharfe Kritik von Israel

Beit Hanoun: Annan soll Ermittlungen beauftragen Israel über Resolution der Vereinten Nationen empört

Die Vereinten Nationen fordern ein sofortiges Ende der Gewalt in Nahost. Die beiden Seiten müssten jede Art von Gewalt unverzüglich einstellen, heißt es in der mit überwältigender Mehrheit angenommenen Resolution der UNO- Vollversammlung. Israel wurde aufgefordert, seine Militäreinsätze im Gazastreifen zu beenden, die Palästinenser sollten den Raketenbeschuss auf israelisches Gebiet stoppen.

Die UN-Vollversammlung rief Israel als Besatzungsmacht auf, "unverzüglich seine Militäreinsätze einzustellen, die die palästinensische Zivilbevölkerung im besetzten Gebiet in Gefahr bringen". Außerdem müsse Israel seine Armee wieder aus dem Gazastreifen abziehen. Jede Art von Gewalt, Terrorismus, Provokation, Anstachelung und Zerstörung zwischen Israelis und Palästinensern müsse sofort aufhören, hieß es in der Entschließung, die allerdings nicht bindend ist.

UN-Generalsekretär Annan solle zudem Ermittlungen zum israelischen Luftangriff in Beit Hanoun aufnehmen lassen, bei dem vergangene Woche 19 Palästinenser ums Leben gekommen waren. Die Vollversammlung verabschiedete die Entschließung mit 156 zu sieben Stimmen; sechs Staaten enthielten sich. Für die Resolution stimmten auch alle 25 Länder der Europäischen Union. Eine Gegenstimme gaben neben Israel auch die Vereinigten Staaten ab.

Für den israelischen Botschafter bei der UNO, Dan Gillerman, haben "Mächte des Bösen die UNO-Vollversammlung zur Geisel genommen". Er nannte die Einberufung der Vollversammlung, mit der die arabischen Staaten ein Veto der USA im Sicherheitsrat umgehen wollten, einen "zynischen Missbruch" der Vereinten Nationen.

Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten in Kalkilya im Nordwesten des Westjordanlandes wurde indes ein Palästinenser getötet.

(apa/red)