Fakten von

UNO bringt in Mali neun
Kindersoldaten in Sicherheit

Bewaffnete Gruppen setzen im Norden des Landes Minderjährige als Soldaten ein

Die UN-Mission für Mali (Minusma) hat im Norden des Landes neun Kindersoldaten in Sicherheit gebracht. Es gebe "gute Nachrichten" von der Minusma, sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric in der Nacht zum Samstag am UN-Sitz in New York. Neun Kindersoldaten seien in Kidal im Norden Malis der Minusma übergeben worden. Sie würden nach Gao gebracht und amtlich betreut, um sie anschließend an ihre Familien übergeben zu können.

Der UN-Sprecher machte keine Angaben zum Alter der Kindersoldaten. Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr von der Minusma, dass sie zwischen 15 und 17 Jahre alt seien. Am Donnerstag hatte der Direktor der Menschenrechtsabteilung der Minusma, Guillaume Ngefa, beklagt, es sei bewiesen, dass bewaffnete Gruppen im Norden Malis Kindersoldaten in ihren Rängen hätten. Außerdem seien nach neuen Erkenntnissen unter den 33 Gefangenen des Ex-Rebellenbündnisses CMA in der nordmalischen Stadt Kidal auch Kinder.

Zwar wurde 2015 in Mali eine Waffenruhe geschlossen; in den vergangenen Wochen nahmen im Norden die Kämpfe zwischen CMA-Anhängern und regierungsnahen Gruppen allerdings wieder zu. Mali war 2012 ins Chaos gestürzt, Tuareg-Rebellen und Islamisten starteten damals vom Norden des Landes aus eine Offensive. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Jänner 2013 militärisch ein, um das Vorrücken von Islamisten und Rebellen in den Süden zu stoppen. Inzwischen ist unter anderen die UN-Mission für die Stabilisierung zuständig, auch die Bundeswehr ist an der Minusma beteiligt.

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