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Österreich fällt zurück

Zahl der Hochschulabschlüsse steigt. Trotzdem Rückfall im internationalen Vergleich.

Universitäten - Österreich fällt zurück © Bild: APA/Gindl

Österreich wird trotz einer steigenden Zahl von Hochschulabschlüssen im internationalen Vergleich weiter zurückfallen. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2011", die erstmals langfristige Trends zum Erwerb von Abschlüssen ausweist.

Während es generell in OECD-Staaten einen "dynamischeren Ausbau der höheren Bildung gegeben hat", herrscht in Österreich im Bereich der Spitzenqualifikation "noch Nachholbedarf", so OECD-Bildungsexperte Schleicher im Gespräch mit der APA. Derzeit liegt der Anteil der Hochschulabsolventen an der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren in Österreich bei gerade einmal 19 Prozent (OECD-Schnitt 30 Prozent). Hinter Österreich liegen damit nur die Türkei (13 Prozent), Portugal, Italien (je 15), die Slowakei, Tschechien und Mexiko (je 16). An der Spitze befinden sich Kanada (50 Prozent), Israel (45 Prozent) und Japan (44). 1997 lag die Akademikerquote im OECD-Schnitt bei 20 Prozent, in Österreich bei elf Prozent.

Dabei ist seit 1995 durchaus eine Steigerung der Abschlüsse zu verzeichnen: Damals schlossen in Österreich erst zehn Prozent eines Altersjahrgangs ein Hochschulstudium ab (Erstabschluss), der vergleichbare OECD-Wert lag bei 20 Prozent. Bis 2009 hat sich die Quote in Österreich auf 29 Prozent fast verdreifacht, OECD-weit hat sie sich auf 38 Prozent erhöht.

Keine Priorität für Bildung
Die Studie "Bildung auf einen Blick" kritisiert außerdem, dass Österreich dem Thema Bildung keine Priorität einräumt. Die Ausgaben für Bildungseinrichtungen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt liegen mit 5,4 Prozent unter dem OECD-Schnitt (5,9 Prozent). Darüber hinaus gehört Österreich zu jenen Ländern, in denen zwischen 1995 und 2008 der Anstieg der Bildungsausgaben klar hinter dem Anstieg des BIP zurückgeblieben ist.

Sowohl Unterrichtsministerin Schmied als auch Wissenschaftsminister Töchterle sehen sich durch die Ergebnisse in ihren Vorhaben, respektive einer Bildungsreform und eines Hochschulplans, bestätigt. Der Forderung Töchterles, mit Studiengebühren und Zugangsregeln die "Verbindlichkeit des Studierens" zu erhöhen und damit die Abschlussquoten zu steigern, erteilen sowohl die ÖH als auch die Grünen eine Absage.

Kommentare

christian95 melden

Seit vielen Jahren verhindern SPÖ+ÖVP Bildung für unsere Kinder! Ihre eigenen Kinder schicken sie in Privatschulen, wo jene Form der Bildungsvermittlung praktiziert wird, die die ÖVP für ALLE ablehnt.

Die ÖVP will die Pfründe der Lehrer sichern, alles andere ist ihnen doch egal!

vardka013@hotmail.com melden

Re: Seit vielen Jahren verhindern SPÖ ÖVP Bildung für unsere Kinder! junge, es geht hier um hochschulen...nicht um das schulsystem

und um noch was zum (richtigen) thema zu schreiben: allein die quantität der absolventen sagt nichts über die qualität aus... ich kenn genug studenten in anderen ländern und hab auch schon oft genug gehört, dass das niveau nicht immer so toll ist

gerade wenn man viel für die uni (vor allem bei privaten) zahlt, ist das mehr oder weniger eine freifahrtkarte zum abschluss

aber trotzdem sollte/muss man auch bei uns daran arbeiten das niveau zu halten oder zu steigern...und das ist mit den derzeitigen zuständen schwer machbar...nicht jeder depp kann und sollte studieren...

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Hochschulabschluß Die absolute Zahl an Abschlüssen ist kein Kriterium für die Qualifikation der Studenten am Arbeitsmarkt, noch wird dadurch sichergestellt dass alle einen adäquaten Job bekommen. Angebot und Nachfrage müssen sich die Waage halten, oder soll jeder Uni-Abgänger erstmal 3 Jahre Taxi fahren ?

vardka013@hotmail.com melden

Re: Hochschulabschluß sry...ich weiß, dass ist ein wenig kleinlich, aber du meinst wohl "relative zahl"...weil oben werden (aus logischen gründen) nur prozentuelle anteile beschrieben

inhaltlich geb ich dir recht...wobei sicher in machen gebieten die nachfrage das angebot überwiegt...daran können wir sicher noch arbeiten

vardka013@hotmail.com melden

Re: Hochschulabschluß ich weiß, dass ist ein wenig kleinlich, aber du meinst wohl "realtive zahl", weil oben (aus logischen gründen) nur prozentuelle anteile beschrieben werden

inhaltich geb ich dir aber recht...wobei in manchen gebieten die nachfrage das angebot sicher übersteigt, aber daran können wir sicher noch arbeiten

aber das macht nicht unser gesamtes system zu einen schlechten

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Re: Hochschulabschluß @vardka: ich meinte schon die Absolutzahlen hinsichtlich Arbeitsmarkterfordernissen. Denn wenn der Arbeitsmarkt in Österreich jährlich nur zB 500 Ärzten einen Job bietet, dann sind 1000 Medizin Absolventen um 500 zuviel. Dass die %-Zahlen für länderübergreifende Vegleiche notwendig sind ist klar.

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