Unis steuern auf ein Allzeithoch zu: Heuer könnten es 300.000 Studenten werden

Mit Wegfall der Studiengebühren mehr Hochschüler Großer Run aus Deutschland erst 2011 erwartet

Unis steuern auf ein Allzeithoch zu: Heuer könnten es 300.000 Studenten werden © Bild: APA/Pfarrhofer

Die Universitäten steuern auf ein Allzeithoch zu: Hält der Trend bei den Inskriptionen an, könnten im Wintersemester 2009/10 ganze 300.000 an den Unis lernen. Vor einem Jahr waren es noch 240.000. Am 2. Oktober lagen die Inskriptionszahlen gegenüber dem Vorjahres-Vergleichszeitraum um knapp 23 Prozent höher, wie Zahlen aus dem Wissenschaftsministerium zeigen. Der bisherige Inskriptionsrekord des Wintersemesters 2000/01, also unmittelbar vor Einführung der Studiengebühren, mit 242.598 Personen wird wohl auf jeden Fall gebrochen.

Heuer waren am 2. Oktober bereits knapp 191.000 Studenten inskribiert - zum Vergleich: Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt erst etwas mehr als 155.000. Im Jahr nach Einführung der Gebühren (2001/02) betrug die Studentenzahl am Ende aller Fristen gerade einmal 195.000. Heuer enden die - je nach Uni unterschiedlichen - Zulassungsfristen spätestens Ende Oktober, bis Ende November läuft einheitlich eine Nachfrist.

An der Universität für Bodenkultur (Boku) waren am 2. Oktober bereits mehr Studenten inskribiert (8.320) als zum Inskriptionsende des Vorjahres rund eine Woche später (7.898). Die Uni Salzburg, wo die Inskriptionsfrist noch bis 16. Oktober läuft, kommt im Vergleichszeitraum auf ein Plus von 56 Prozent, die Uni Linz auf 48 Prozent. Die größte Uni des Landes, die Universität Wien, liegt mit plus 21 Prozent in etwa im Schnitt.

Studiengebühren weggefallen
Für den Anstieg dürften mehrere Gründe verantwortlich sein. Hauptfaktor ist das De-Facto-Wegfallen der Studiengebühren von 363,36 Euro pro Semester, die von den Studenten nur mehr in Ausnahmefällen tatsächlich berappt werden muss. Bereits im Sommersemester 2009, als erstmals nicht gezahlt werden musste, verzeichneten die Unis einen Anstieg der Studienanfänger um ca. 20 Prozent. Außerdem drängen immer mehr Maturanten auf den "Markt" - die Zahl der 18-Jährigen mit Hochschulberechtigung steigt.

Dazu kommt noch der Andrang aus dem Ausland, vor allem nach dem Wegfall der Zulassungshürden durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Jahr 2005. Waren im Wintersemester 2000/01 erst 6.354 Deutsche in Österreich inskribiert, waren es im Wintersemester 2008/09 bereits 17.432 - das sind fast dreimal so viele.

Großer Run 2011
Der große Run dürfte aber erst noch anstehen: 2011 stehen in Bayern und Niedersachsen doppelte Abitur-Jahrgänge an. Grund ist der Umstand, dass die Gymnasialzeit in Deutschland von neun auf acht Jahre verkürzt wurde und - je nach Bundesland gestaffelt - in bestimmten Jahren sowohl die letzten Abiturienten-Jahrgänge aus dem alten sowie die ersten aus dem neuen System gleichzeitig mit der Schule fertig werden.

(apa/red)