Unglück bei Kreuzfahrt von

"Es war das völlige Chaos"

Österreicher schildern Erlebnisse beim Kreuzfahrtschiff-Unglück vor der Toskana.

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    Schiffsunglück

    Die Suche nach Vermissten in dem Wrack der "Costa Concordia" ist am Sonntag unterbrochen worden. Ein Sturm und hohe Wellen machen den Einsatzkräften zu schaffen. Nun wird weiter gesucht.

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    Schiffsunglück

    Jetzt kommt es knüppeldick für die US-Eignerfirma der "Costa Concordia": Passagiere fordern Schadenersatz in der Höhe von 460 Mio. Dollar.

"Die Leute haben geschrien, in die Boote gedrängt, und die Rettungsmaßnahmen waren völlig chaotisch". So beschrieb Joachim Mayr aus Goldwörth (Bezirk Urfahr-Umgebung) seine Erlebnisse beim Kreuzfahrtschiff-Unglück vor der Toskana. Die Crew sei völlig überfordert gewesen. Mit so einer Situation hat wohl niemand gerechnet.

"Wir waren gerade in der Kabine, plötzlich hat es gerumst. Ich bin dann auf den Balkon unserer Kabine gegangen und habe nachgesehen, was passiert sei. Plötzlich hat das Schiff ein Wendemanöver gemacht, wobei alle Flaschen und Gläser in der Kabine herumgeflogen sind", so Mayr. In Durchsagen hätte man sie informiert, dass nur ein elektrischer Defekt vorliege und man in den Kabinen bleiben soll.

Menschen in Panik
Am Gang seien die Menschen schon in Panik umhergelaufen, nur das Servicepersonal sei ruhig, zuvorkommend und behilflich gewesen, von der Crew hätte man nichts gesehen, sagte der 39-jährige Angestellte der Linz AG. Die Leute aus Indien oder Pakistan, die jeden Tag den Gang putzen und die Kabinen sauber halten, hätten mit einem Lächeln auf den Lippen die Menschen beruhigt. "Das hätte eigentlich die Crew machen sollen", sagte Mayr.

Völliges Chaos an Deck
Der Kapitän dürfte einmal kurz sein internes Mikrofon "offen" gehabt haben, denn Mayr und seine Frau hörten plötzlich das Wort "Lifeboat". Da habe man gewusst, das man etwas unternehmen müsse. Ein Angestellter des Servicepersonals habe sie dann auf Deck 4 zu den Rettungsbooten geschickt. Dort herrschte schon das völlige Chaos, jeder wollte einen Platz darin ergattern, sagte Mayr. "Es war wie in einem schlechten Film."

Warten auf Rettungsboot
Als Mayr und seine Frau Plätze in einem Rettungsboot bekamen, habe das Warten begonnen. "Man hängt im Boot und will nur zu Wasser gelassen werden, aber es tut sich nichts." Als es dann losging, sei man zweimal gegen den Rumpf geprallt. Außerdem habe er das Gefühl gehabt, dass die Männer, die das Rettungsboot steuerten, dies zum ersten Mal gemacht hätten. Für die rund 150 Meter zur Insel habe man fast 30 Minuten gebraucht.

Von der Insel, wo sie Bewohner mit Decken und Jacken versorgten, wurden sie mit einer Fähre ans Festland gebracht. Gemeinsam mit einem Ehepaar aus der Steiermark, die sie auf der Kreuzfahrt kennengelernt hatten, traten sie die Heimreise an. "Ich bin froh, heuer meinen 40er feiern zu können", meinte Mayr zur APA.


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Kommentare

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Hoffentlich wird der Kapitän und die ganze Crew vom Dienst abgezogen.

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