Ungewisse Zukunft: Christian Klien mit
"gutem Gefühl" für Verbleib in Formel 1

Midland, Super Aguri und Toyota als Optionen? Champ-Car-Angebot von Red Bull abgelehnt

Nach seiner Entscheidung gegen den von Red Bull angebotenen Wechsel in die Champ-Car-Serie hat Christian Klien seine Pläne zum Verbleib in der Königsklasse des Motorsports verkündet. "Es gibt konkrete Gespräche und Optionen für Jobs als Test- und Grand-Prix-Fahrer. Ohne Mitgift. Ich konzentriere mich voll auf die Formel 1 und habe ein gutes Gefühl", betonte der Noch-Red-Bull-Pilot, dass es sich bei den aktuellen Angeboten nicht um "gekaufte" Cockpits handelt.

"Ich weiß das Champ-Car-Angebot zu schätzen, aber meine Priorität liegt nach wie vor auf der Formel 1. Die Optionen lassen sich jedoch nicht von heute auf morgen finalisieren, deshalb konnte ich zu diesem Zeitpunkt den Vertrag nicht unterschreiben", begründete der 23-Jährige. Die Formel-1-Optionen dürften Midland, Super Aguri (jeweils GP-Pilot) und Toyota (Testfahrer) sein, bei der Teamsuche sind Klien und sein Vater auf sich alleine gestellt.

Dass er nicht wie angekündigt am Samstag nach dem Qualifying, sondern bereits am Freitagabend aus heiterem Himmel ohne Rücksprache mit dem Red-Bull-Team mit Helmut Marko und Co. seine Entscheidung bekannt gab, begründete Klien so: "Ich hatte für Samstag extremen Druck. Ich sollte im Training und im Qualifying Leistung bringen und die Entscheidung bekannt geben. Nach dem Telefonat mit Dietrich Mateschitz wollte ich daher ein bisschen von diesem Druck loswerden."

Amerika weiter eine Option
Zum Telefonat mit dem Red-Bull-Chef meinte Klien: "Ich habe ihm ganz normal erklärt, warum ich das Champ-Car-Angebot zu diesem Zeitpunkt nicht unterschreiben konnte." Das Thema Champ-Car ist damit aber noch nicht endgültig erledigt, denn sollten in der Formel 1 alle Stricke reißen, wäre Amerika sehr wohl noch eine Option.

Auch wenn Klien anmerkte: "Das ist eine tolle Rennserie. Aber wenn du einmal in Amerika drüben bist, dann bist du drüben. Den Sprung zurück in die Formel 1 hat bisher so gut wie keiner geschafft."

Gelassenheit bei Marko
Marko hat die Absage von Klien gelassen kommentiert. "Wir nehmen seine Entscheidung zur Kenntnis und wünschen ihm viel Glück für seine Zukunft", meinte der einflussreiche Berater der "Bullen". Den Champ-Car-Sitz nimmt nun der aktuelle Toro-Rosso-Testfahrer Neel Jani (SUI) dankend in Anspruch.

"Jani freut sich darauf, den Platz anzunehmen. Es gibt hunderte Fahrer, die dieses Angebot nehmen würden", so der Ex-Formel-1-Pilot. Ob die Entscheidung für die Zukunft von Klien, der nach wie vor auf einen Verbleib in der Formel 1 hofft, ideal war, wollte Marko nicht kommentieren: "Dazu fehlt mir sein Wissensstand."

Muss Klien gleich gehen?
Klien glaubt nicht, dass das Ausschlagen des Champ-Car-Angebotes Auswirkungen auf seinen aktuellen Platz im Red-Bull-Ferrari haben könnte. Zuletzt waren Gerüchte aufgetaucht, wonach der Österreicher noch vor WM-Ende gegen den niederländischen Testpiloten Robert Doornbos ausgetauscht werden könnte. "Ich gehe davon aus, dass ich bis zum Saisonende fahre. Ich wüsste nicht, warum ich ausgetauscht werden sollte. Die Entscheidung, das Champ-Car-Angebot nicht anzunehmen, hat mit Red Bull Racing nichts zu tun."

(apa/red)