'Ungemütliche' Osterfeierlichkeiten in Rom: Benedikt XVI. startet Fest mit Fußwaschung

1. Messe: Heilige Öle für Taufen und Firmung geweiht Papst-Stellungnahme zu Bin Ladens Anschuldigungen

'Ungemütliche' Osterfeierlichkeiten in Rom: Benedikt XVI. startet Fest mit Fußwaschung © Bild: Reuters/Domingos

Bei äußerst ungemütlichem Wetter haben die Osterfeierlichkeiten in Rom begonnen. Nachdem Papst Benedikt XVI. bereits eine erste Messe zelebriert hatte, bei der die heiligen Öle für Taufen und Firmung geweiht wurden. Später stand ein erster Höhepunkt der Feierlichkeiten auf dem Programm: Die traditionelle Fußwaschung.

In der voll besetzten Lateranbasilika machte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf die Leere und Falschheit unserer Zeit aufmerksam: "Tag für Tag werden wir von vielfältigen Arten des Schmutzes bedeckt, von leeren Worten, Vorurteilen, eingeschränktem und verfälschtem Wissen: Eine Vielzahl von Halbfalschheiten und Falschheiten dringt ständig in unser Innerstes ein."

"Der Gründonnerstag ruft uns dazu auf, nicht durch unsere Wut auf andere im Tiefsten unsere Seele vergiften zu lassen." Während der Messe reinigte der Papst zwölf Männern die Füße, so wie Jesus vor dem letzten Abendmahl seinen Jüngern die Füße wusch. Die Zeremonie ist alljährlich eine Geste der christlichen Demut und Barmherzigkeit.

Themen der Weltpolitik
Für den Vatikan spielte auch die Weltpolitik zu Beginn der Kar- und Ostertage eine große Rolle. So trat der vatikanische Pressesaal der Anschuldigung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden in einer jüngsten Audio-Botschaft entgegen, Benedikt XVI. spiele eine Rolle in einem "Kreuzzug", zu dem die umstrittenen Mohammed-Karikaturen gehörten. Der Vorwurf sei "völlig unbegründet", sagte Federico Lombardi, Chef des Pressesaales. Außerdem wies China den Appell Benedikts zu Toleranz im Umgang mit den Tibetern zurück. "Kriminelle sollten nach dem Gesetz bestraft werden", ließ das Pekinger Außenministerium mitteilen.

Zehntausende Gläubige
Trotz durchwachsener Wetterprognosen sind wieder Zehntausende von Gläubigen aus aller Welt zu den Osterfeiern in die Ewige Stadt gekommen. Jedoch sei die Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen, berichteten italienische Medien. Grund sei wahrscheinlich der frühe Termin der Ostertage 2008. Aus Deutschland und Frankreich wurde hingegen ein Zuwachs verzeichnet, hieß es. Die Rom-Besucher erlebten gleich zum Frühlingsbeginn am Gründonnerstag ein starkes Gewitter und sogar Hagel.

Am Karfreitag werden wieder zahlreiche Pilger und Touristen zu dem traditionellen Kreuzweg am Kolosseum erwartet, bevor der Papst am Sonntag auf dem Petersplatz den Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) erteilt. Allerdings sagen die Meteorologen auch für das Wochenende eher unfreundliches Wetter für die italienische Hauptstadt voraus.

(apa/red)