Ungelöstete Probleme holen uns ein: Warum
junge Österreicher zur al-Qaida gehen

Kommentar: Wir brauchen neue Anti-Terror-Gesetze Kuch über die Perspektivlosigkeit junger Miganten<br>Plus: Schreiben Sie IHRE MEINUNG zu diesem Thema

Ungelöstete Probleme holen uns ein: Warum
junge Österreicher zur al-Qaida gehen © Bild: NEWS/ Vukovits

Österreich hat ein Problem: Junge Menschen aus unserem Land fahren aus freien Stücken ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet und lassen sich dort in einem Al-Qaida-Terrorcamp ausbilden. Einer aus der Gruppe, geboren im Jahr 1983 in Mödling, bleibt sogar über Jahre hinweg dort und schult Al-Qaida-Kämpfer beim Errichten von Sprengfallen. Er soll vor einiger Zeit bei einem Raketenangriff des US-Militärs getötet worden sein.

Schluss mit dem Schönreden. Man kann dieses Problem – wie so vieles in Österreich – kleinreden: dass das nur ein paar Verrückte seien und dass die Polizei alles unter Kontrolle habe. Einzig: Jeder weiß, dass die Polizei in Fällen wie diesen nur Feuerwehr spielen kann. Und die kommt bekanntlich auch erst, wenn’s brennt.
Die viel wichtigeren Fragen lauten doch: Warum brennt’s bei uns dauernd? Und warum kommen junge Österreicher überhaupt auf die Wahnsinnsidee, uns unbedingt das Haus anzünden zu wollen?
Klar ist: Alle Terrorverdächtigen in Österreich haben einen Migrationshintergrund. Das wird jedoch ungern ausgesprochen, weil es dem selbst ernannten Retter des Abendlands, H.-C. Strache, in die Hände spielen könnte. Also schaut die etablierte Politik weg und fordert halt auch ein bissl schärfere Gesetze gegen Migranten und ein bissl mehr Rechte für die Polizei.
Doch an die Wurzel des Problems geht keiner. Raphael Perl, Anti-Terror-Chef der OSZE, nennt sie beim Namen: Es ist die fehlende Integrationspolitik. All die Terrorverdächtigen sind in Österreich neun Jahre zur Schule gegangen – und wurden doch kein Teil unserer Zivilgesellschaft. Sie teilen unsere Werte nicht. Dass al-Qaida bei ihnen offene Türen einrennt, ist keine reine Religionsfrage. Es ist zu oft eine Frage der fehlenden Chancen und Perspektiven, der schlechten Ausbildung, der fehlenden Immunisierung gegen radikale Heilsversprecher. Keine Polizei, keine Justiz, kein Geheimdienst kann diese Defizite beheben.
Das muss die Politik tun. Und zwar möglichst bald.