50.000 Euro für Entlastung

Ungarn: Verteidiger des verdächtigen Kärntners soll Tatort-Video verkauft haben

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Polizist getötet - 50.000 Euro für Entlastung

Der Anwalt soll den Sender angerufen haben, um das Video zu verkaufen. Die geforderten 50.000 Euro würden seine Kosten als Anwalt decken, wurde er zitiert. RTL Klub lehnte ab. Das besagte Video kursierte am Montag auch auf österreichischen Nachrichtenportalen.

Anwalt: Video bezeugt Unschuld

Laut Schweikert bezeugt dieses Video die Unschuld seines Mandanten, der durch ungarische Polizisten mit Pfefferspray attackiert worden sei und deswegen Gas gegeben habe. Dabei überrollte der Kärntner mit seinem Hummer einen Polizisten, der seinen Verletzungen erlag. Verteidiger Schweikert betonte RTL Klub gegenüber, dass nur er und nicht die ungarische Staatsanwaltschaft über dieses Video verfüge.

Staatsanwaltschaft zweifelt Beweis an

Demgegenüber steht die Aussage der ungarischen Staatsanwaltschaft, die bekräftigte, dass es sich bei der Aufnahme um eine "gekürzte Version" des ursprünglich sieben Minuten langen Videos handle. Wie der Sprecher der ungarischen Zentralen Fahndungsbehörde der Staatsanwaltschaft, Geza Fazekas, am Montag bei einer Pressekonferenz in Budapest betonte, seien in dem ungekürzten Video, das ein weiterer Hummer-Fahrer mit seiner Handykamera aufgenommen hatte, auch die polizeilichen Maßnahmen, der Widerstand des Verdächtigen und dessen Aktion zu sehen, wie er den zweiten Motorradpolizisten von der Straße drängen wollte.

Dieses Video sei nicht identisch mit jenem, das am Tatort beschlagnahmt und durch einen weiteren Hummer-Fahrer gedreht worden war. Geza Fazekas sagte gegenüber dem Sender RTL Klub, dass es die Pflicht des Verteidigers gewesen wäre, dieses Video der Staatsanwaltschaft umgehend vorzulegen. Dieses neue gekürzte Video würde den bisherigen Verdacht gegen den Kärntner nicht anzweifeln, erklärte der Sprecher. Der Österreicher werde auch weiterhin unter Mordverdacht stehen.

Kritik an Verteidiger

Der ungarische Rechtsanwalt Tamas Fülöp erklärte, ein Verteidiger habe das Recht, einen entlastenden Beweis auch später, zu entsprechender Zeit vorzulegen. Es sei zudem entscheidend, wie die durch den Verkauf des Videos eingegangene Summe verwendet würde. Behielte der Verteidiger das Geld für sich, führe das zu moralischen Bedenken. Laut Staatsanwaltssprecher Geza Fazekas spreche die Tatsache, dass ein Verteidiger mit einem Beweisstück „handeln, feilschen geht, für sich“.

In ungarischen Medien wurde die Frage diskutiert, wie am Tatort zwei Videos entstehen können, die zum einen entlastend und zum anderen belastend sind, und warum der Hummer-Fahrer dieses neue Video nicht der Polizei übergab, als er verhört wurde. Experten untersuchen nun die beiden Aufnahmen.

Kommentare

Der Hummer-Fahrer müsste ein Idiot sein, wenn er das Video den ungarischen Behörden übergibt, ohne vorher eine Kopie davon angefertigt zu haben.

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