EM 2016 von

Ungarn-Legionär Dilaver erwartet zum Auftakt Geduldsspiel

Dilaver seit 2014 bei Ferencvaros © Bild: APA

Geht es nach Ferencvaros-Budapest-Legionär Emir Dilaver, muss sich Österreich zum EM-Auftakt gegen defensiv sattelfeste Ungarn am Dienstag auf beinharte Gegenwehr einstellen. "Es wird ein Geduldsspiel", prophezeite der Ex-Austrianer, der mit Ferencvaros in der kommenden Saison das Double verteidigt und die Champions-League-Qualifikation in Angriff nimmt.

Von Dilavers insgesamt fünf Ferencvaros-Teamkollegen im Magyaren-Kader gehören die defensiven Mittelfeldakteure Adam Nagy (20 Jahre/8 Länderspiele) und Adam Pinter (27/21) zum Stamm des deutschen Teamchefs Bernd Storck. "Nagy ist einer mit Perspektive. Selbst wenn er nur solide spielt, wird er uns wohl nach der EM verlassen", meinte Dilaver zur APA - Austria Presse Agentur. Den ehemaligen Spanien-Legionär (drei Jahre Real Saragossa) Pinter wiederum charakterisierte er als "kopfballstark, einer wie bei uns Ilsanker".

Pinter verkörpere überhaupt eine der wichtigsten Eigenschaften der ungarischen Auswahl: "Sie spielen mit Willen und Herz, wenn man sie unterschätzt, kann man auf die Nase fliegen." Ein Sieg Österreichs sei daher trotz der Favoritenrolle alles andere als klar. "Die erste Partie ist ein Schlüsselspiel und sowieso ein bisschen ein Abtasten. Ungarn wird nicht auf hopp oder dropp spielen. Sie werden defensiv nichts anbrennen lassen und versuchen, viel aus Standards zu machen. Sie haben mit Balazs Dzsudzsak einen super Standard-Schützen, er ist meiner Meinung nach auch der beste Spieler der Ungarn."

Als Lösung für die Aufgabe gegen Ungarn empfiehlt er David Alaba und Co. schlicht, sich die starken Auftritte in den vergangenen Monate in Erinnerung zu rufen. "Österreich sollte von Anfang so loslegen, wie sie durch die Qualifikation gespielt haben. Auch gegen Portugal und Island", betonte der 25-Jährige. Denn selbst Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo sei schlagbar: "Ich sehe Österreich auf gleicher Höhe mit Portugal."

Dass Rot-Weiß-Rot die letzten Tests (2:1 gegen Malta bzw. 0:2 gegen die Niederlande) vom Resultat her nicht überzeugen konnte, sei kein Grund, den Teufel an die Wand zu malen. "Die Kritik war eher unnötig, und ich hoffe, dass keine negative Stimmung hineingekommen ist", sagte der ehemalige mehrfache ÖFB-Nachwuchsteamspieler. "Ich glaube an die Österreicher, gegen die Niederlande waren auch viele gute Aktionen dabei. Einige Fehler muss man verstehen. Die Saison war lange, die Spieler kommen mit Erfolgen oder auch Misserfolgen. Da ist vieles, was auf die Spieler zukommt, das muss man einberechnen."