Ungarn von

"Hummer"-Prozess:
Kärntner verübte Suizid

Obduktionsbefund bestätigt Überdosis eines Schmerzmittels - Keine Fremdeinwirkung

In Ungarn wurde ein Polizist von einem Kärntner mit dessen Hummer überfahren. In Szeged findet nun der Prozess statt. © Bild: APA/MTI/ZOLTAN GERGELY KELEMEN

Der Kärntner, der am 25. September 2014 im "Hummer"-Prozess wegen der Tötung eines ungarischen Motorradpolizisten in Szeged in erster Instanz zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war, hat definitiv Suizid verübt. Das sagte der ehemalige Verteidiger des Österreichers, Janos Buza, der APA. Eine Fremdeinwirkung sei ausgeschlossen. Todesursächlich sei laut toxikologischem Gutachten eine Überdosis Schmerzmittel gewesen.

Buza hatte heute, Mittwoch, den Obduktionsbefund erhalten, sagte er zur APA. Hinsichtlich des Schmerzmittels gebe es laut Buza Ungereimtheiten, da dieses nicht von der behandelnden Gefängnisärztin, sondern von einer Gefängnis-Psychiaterin monatlich verschrieben worden sei. Diese Psychiaterin sei jedoch bei der gefängnisinternen Untersuchung nicht angehört worden. Es gebe auch kein Medikamentenblatt, zudem sei keine Genehmigung für das Verschreiben von Arzneimitteln gefunden worden.

Buza erklärte, dass Gefangene keine Medikamente im ihrer Zelle lagern dürften. Es sei nur erlaubt, Medikamente in Pulverform zu verabreichen, und hierbei müsse die Einnahme kontrolliert werden. Es hinge nun von der Witwe des Kärntners ab, ob sie Anzeige wegen vermeintlichen Versäumnissen im Gefängnis erstattet, welche zum Suizid beigetragen haben könnten. Mitgefangene des Kärntners hatten ausgesagt, dass sie im Vorfeld des am 10. Oktober 2014 verübten Selbstmords keinerlei Anzeichen dafür wahrgenommen hätten.

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