Unfall in Marcoule von

Explosion nahe französischem AKW

Ein Toter und vier Verletzte. Angeblich keine Radioaktivität ausgetreten

  • Bild 1 von 3 © Bild: APA/EPA

    In der Nähe des südfranzösischen AKW Marcoule hat sich eine Explosion ereignet.

  • Bild 2 von 3 © Bild: APA/EPA

    Bei dem Vorfall in einem Verbrennungsofen für Atommüll ist ein Mensch getötet und vier verletzt worden.

In der Nähe des südfranzösischen Atomkraftwerks Marcoule ist es am Montag zu einer Explosion gekommen. Bei dem Vorfall in einem Verbrennungsofens für Atommüll ist ein Mensch ums Leben gekommen. Vier weitere seien verletzt worden, berichtete die Atomaufsicht ASN. Bei dem Unfall etwa 30 Kilometer nördlich von Avignon sei keine Radioaktivität ausgetreten, betonte eine Sprecherin der Atomenergiekommission CEA.

"Der interne Notfallplan ist in Kraft getreten, alles ist unter Kontrolle", sagte sie. Ursache und Sicherheitsstufe des Unfalls war zunächst nicht bekannt.

Anlage nicht evakuiert
Die Explosion habe sich in einem Verbrennungsofen für schwach radioaktive Abfälle ereignet. Er befindet sich nahe der Atomanlage Marcoule und wird von dort aus verwaltet. Zu den schwach radioaktiven Abfällen zählen unter anderem Kleidung von Arbeitern sowie Metalle und Beton. Die Anlage wird von einer Tochter des französischen Energiekonzerns EdF betrieben. Sie wurde nach Angaben des Innenministeriums nicht evakuiert.

Die Nuklearanlage Marcoule umfasst mehrere kleinere Reaktoren, die allesamt stillgelegt sind. Das letzte Kraftwerk, ein sogenannter Schneller Brüter, stellte 2010 den Betrieb ein. Im vergangenen März hatte es einen Zwischenfall in Marcoule gegeben, den die Atomaufsicht nachträglich auf Stufe zwei eingestuft hatte.

Mehrere stillgelegte Klein-Reaktoren
Die Nuklearanlage Marcoule nahe Avignon in der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon besteht aus mehreren stillgelegten kleineren Reaktoren. Auf dem Gelände im Rhonetal ging bereits 1956 der Reaktorblock G-1 in Betrieb und lieferte als eines der weltweit ersten AKW kommerziell genutzten Atomstrom. Die vom Commissariat a l'Energie Atomique (CEA) betriebenen Meiler G-2 und G-3 mit einer Bruttoleistung von jeweils 43 Megawatt folgten 1959 und 1960. Sie wurden 1980 beziehungsweise 1984 wieder vom Netz genommen.

Auf dem Gelände Marcoule nahm 1973 auch der Forschungsreaktor Phenix den Betrieb auf. Der lediglich zu Testzwecken genutzte Prototyp des pannenanfälligen Schnellen Brüters Superphenix, der 1998 endgültig abgeschaltet wurde, wurde nach mehreren kleineren Zwischenfällen 2010 auf Dauer vom Netz genommen.

Kommentare

Atom es ist ja nichts passiert. Man sieht nichts, man riecht nichts, also ALLES in bester Ordnung.
Der Tote kümmert weder Betreiber noch Politik.
Die grenzenlose Gier geht vor Menschenleben.

Seite 1 von 1