"Unerträglich": Eva Glawischnig übt scharfe Kritik an Wahlkampfstil der anderen Parteien

"Regierung tut so als gäbe es keine Probleme" Grüne wollen bei Wahl dritten Platz als "Signal"

Scharfe Kritik am Wahlkampfstil der vergangenen Tage hat die stellvertretende Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, geübt. Sie bezeichnete die Wortwahl der vergangenen Tage als "unerträglich", ihre Partei werde da nicht mittun. Schelte gab es aber auch auf einer anderen Ebene: "Die Regierungsparteien tun so als gäbe es in Österreich keine Probleme."

Die Kampagne der ÖVP mache den Eindruck, als ob sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bei einem Dancing-Star-Wettbewerb befände, sagte Glawischnig. Inhalte würden fast zur Gänze ausgeblendet, Probleme negiert. Die Grünen wollen auch in den letzten Tagen der Wahlauseinandersetzung auf Sachthemen setzen, "vor allem in den Bereichen, wo es Schwierigkeiten gibt", meinte die aus Kärnten stammende Mandatarin. Dies betreffe neben Bildungs- und Umweltdefiziten vor allem die Frauenpolitik. "Wenn der Kanzler meint, mit Frauen in der Bundesregierung seien die Probleme gelöst, dann liegt er falsch."

10.000 Jobs für Frauen müssten geschaffen werden, zu zwei Dritteln von der öffentlichen Hand finanziert, so die Forderung der Grünen. Zudem müsse es den Frauen erleichtert werden, nach der Babypause wieder ins Berufsleben zurückzukehren. Glawischnig: "Derzeit schaffen es 40 Prozent nicht."

Das Wahlziel der Grünen, am kommenden Sonntag vor der FPÖ den dritten Platz zu erreichen, bezeichnete Glawischnig als "wichtiges Signal". Es gehe den Grünen nicht darum, "aufs Stockerl zu kommen". Es sei einfach wichtig, dass eine Partei, die sich nicht scheue, auch unangenehme Wahrheiten zu artikulieren und für einen offenen Umgang mit Problemen stehe, vor einer Gruppierung liege, welche für sämtliche Probleme die Ausländer verantwortlich mache.

Landessprecher Rolf Holub rief vor allem dazu auf, das Wahlrecht in Anspruch zu nehmen: "Wenn man schon eine Wahl hat, dann soll man sie auch nützen." So oft gebe es ja nicht die Gelegenheit, "sich für die Politik der vergangenen Jahre zu revanchieren".

(apa/red)