Und wieder führen alle Wege zu Vonn:
Lindsey siegt in der Abfahrt von Cortina

Weltcupkonkurrentin Riesch bleibt mit Platz zwei dran Keine einzige Österreicherin in den Top 15 platziert

Und wieder führen alle Wege zu Vonn:
Lindsey siegt in der Abfahrt von Cortina © Bild: Reuters/Sposito

Nichts Neues hat die Weltcup-Abfahrt der Damen am Samstagvormittag in Cortina d'Ampezzo gebracht: US-Weltmeisterin Lindsey Vonn gewann auch das fünfte Rennen in der Königsdisziplin im Olympia-Winter, und für die ÖSV-Damen setzte es das nächste Debakel. Als beste Österreicherin kam die Salzburgerin Anna Fenninger mit 1,90 Sekunden Rückstand auf Vonn nicht über Rang 17 hinaus.

Nur 24 Stunden nach ihrem Super-G-Sieg setzte Vonn ihren eindrucksvollen Speed-Triumphzug fort und feierte ihren 30. Weltcup-Sieg, den 17. in der Abfahrt und bereits 8. in dieser Saison. Vor allem im unteren Teil fuhr die 25-Jährige in einer eigenen Liga und den Großteil ihres am Ende doch klaren Vorsprungs auf die zweitplatzierte Deutsche Maria Riesch (0,42 Sek.) heraus, die als einzige bis zur letzten Zwischenzeit mit der Topfavoritin hatte mithalten können. Dritte wurden ex aequo die Schwedin Anja Pärson und die Schweizerin Nadja Kamer (je 0,86).

30. Weltcupsieg
"Ich freue mich riesig", betonte Vonn, die mit dem Punktemaximum von 500 Zählern die kleine Kristallkugel für den Abfahrts-Wertung praktisch schon in der Tasche hat und in der Gesamtwertung nun 76 Punkte vor ihrer Hauptkonkurrentin Riesch liegt. In der Liste der Skirennläuferinnen mit den meisten Weltcup-Siegen ist die Doppel-Weltmeisterin von Val d'Isere 2009 nun ex aequo mit der Kroatin Janica Kostelic, die es ebenfalls auf 30 Erfolge gebracht hat, schon auf Platz acht zu finden.

Für die ÖSV-Damen brachte dagegen die klassische Abfahrt auf der Olympia-Piste von 1956 ein ähnlich katastrophales Resultat wie zuletzt das Heimrennen am 9. Jänner in Haus im Ennstal, wo ebenfalls Fenninger als beste Österreicherin nur 21. geworden war. "Ich bin aber gar nicht so unzufrieden, weil das mein bestes Saisonresultat in der Abfahrt ist", lautete dennoch der Kommentar der 20-jährigen Salzburgerin, die trotz schwacher Ergebnisse neben Andrea Fischbacher und Elisabeth Görgl ihr Olympia-Ticket in der Abfahrt sicher haben dürfte.

"Wir stehen vor einem Rätsel"
Gleichzeitig gestand Fenninger, die auf den abschließenden Riesentorlauf am Sonntag in Cortina verzichtet, aber auch, dass man im ÖSV-Team im Moment ratlos ist: "Wir und die Trainer stehen vor einem Rätsel, denn wir fahren gute Position und Linie und verlieren trotzdem so viel Zeit." Ähnlich fiel der Kommentar von Andrea Fischbacher aus, die nach Platz 5 im Super-G am Vortag diesmal nur 19. wurde. "Es ist einfach deprimierend, denn wir arbeiten sehr hart", betonte die Salzburgerin.

Die restlichen ÖSV-Damen blieben allesamt ohne Weltcup-Punkt: Elisabeth Görgl stapfte nach Rang 32 bitter enttäuscht und wortlos aus dem Zielraum, Regina Mader wurde 37., Nicole Schmidhofer 40. und Margret Altacher schied aus.

(apa/red)