Konflikt von

Kim Jong Un simuliert Krieg

UN: Nordkorea muss Raketentests einstellen

Der UN-Sicherheitsrat hat Nordkorea und den Raketentest einstimmig verurteilt. Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un äußerte indessen seine Zufriedenheit

Nach dem Abschuss einer nordkoreanischen Rakete über Japan hinweg hat sich der UN-Sicherheitsrat geschlossen gegen die Regierung in Pjöngjang gestellt. Nach einer dreistündigen Dringlichkeitssitzung am Dienstagabend (Ortszeit) in New York nahmen die 15 Mitgliedstaaten einstimmig eine Erklärung an, in der sie den Test "entschieden" verurteilten.

Nordkorea müsse sich an UN-Resolutionen halten und sein Raketenprogramm einstellen, hieß es. "Der Sicherheitsrat betont, dass diese Handlungen Nordkoreas nicht nur eine Bedrohung für die Region sind, sondern für alle UN-Mitgliedstaaten", hieß es in der von den USA entworfenen Erklärung weiter. Der Sicherheitsrat sei "äußerst besorgt", dass Nordkorea mit dem Abfeuern einer Rakete über Japan hinweg und seinen anderen jüngsten Handlungen und Erklärungen "vorsätzlich den regionalen Frieden und die Stabilität" gefährde.

Kim Jong Un "äußerst zufrieden"

Pjöngjang hatte zuvor bestätigt, am Dienstag eine Mittelstreckenrakete abgefeuert zu haben, die gezielt über Japan hinweg flog und in den Pazifik stürzte. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA meldete am Mittwoch (Ortszeit), Staatschef Kim Jong Un habe den Abschuss der Mittelstreckenrakete überwacht.

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un bestätigte den "erfolgreichen" Test einer Mittelstreckenrakete vom Typ Hwasong-12, er sei "äußerst zufrieden".

Kim betonte, der Raketentest sei eine Antwort auf die Manöver des südkoreanischen und US-Militärs, berichtete nordkoreanische Agentur KCNA. Der Test "unter simulierten Kriegsbedingungen" sei "ein erster Schritt der Koreanischen Volksarmee im Pazifik und ein bedeutungsvolles Vorspiel, um Guam in Schach zu halten". Washington unterhält auf dem US-Territorium einen großen Marine- und Luftwaffenstützpunkt.

Nicht das erste Mal

Es war das erste Mal, dass Pjöngjang ein solches Vorgehen einräumte. Als Raketen in den Jahren 1998 und 2007 über Japan hinwegflogen, hatte Nordkorea diese als Teil eines Raumfahrtprogramms bezeichnet.

In der nun von KCNA veröffentlichten Erklärung hieß es, der 29. August sei bewusst gewählt worden, um an den 107. Jahrestag des japanisch-koreanischen Abkommens von 1910 zu erinnern, auf dessen Grundlage Japan die koreanische Halbinsel kolonisierte.

Der Raketentest vom Dienstag hatte weltweite Empörung ausgelöst. US-Präsident Donald Trump bekräftigte seine Drohung, dass im Umgang mit Nordkorea "alle Optionen auf dem Tisch" lägen. Auch Nordkoreas Verbündeter China kritisierte das Vorgehen seines Nachbarlandes scharf.

Nordkorea plant weitere Raketentests

Es sei der erste Schritt der nordkoreanischen Armee gewesen, um im Pazifik den militärischen Vorposten der USA auf der Insel Guam einzudämmen.
Weitere Übungen seien dazu notwendig, zitierte KCNA Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Dieser hat US-Präsident Donald Trump mit einem Erstschlag gedroht und will Raketen Richtung Guam schicken.

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