UN-Bericht von

Blauhelme: Medikamente gegen Sex

Mitglieder einer Friedensmission haben über 200 Frauen sexuell ausgebeutet

UN-Blauhelme © Bild: Shaul Schwarz/Getty Images

Sie geben alles, um zu überleben. Sogar ihren Körper. Und jene, die sie schützen sollen, beuten sie auch noch aus. Denn laut einem UN-Bericht sollen Mitglieder einer Friedensmission der Vereinten Nationen über 200 Frauen sexuell ausgebeutet haben. Im Gegenzug für den Geschlechtsverkehr haben die Opfer Nahrungsmittel und Medikamente bekommen.

Laut dem Report, der der Nachrichtenagentur AP vorliegt, werden die Fälle nur selten gemeldet. Es wird darin auch der Frage nachgegangen, wie man mit dem Problem des sexuellen Missbrauchs sowie der Ausbeutung umgehen soll. Derzeit sind circa 125.000 UN-Blauhelme weltweit im Einsatz.

"Für bäuerliche Frauen wurden Hunger, der Mangel einer Unterkunft, Babyfürsorgeartikel, Arzneimittel und Haushaltsartikel regelmäßig als, auslösende Bedürfnisse‘ angeführt", heißt es in dem Bericht. Frauen in Städten hingegen hätten im Gegenzug Handys, Laptops und Parfüms erhalten. Ein Drittel der sexuellen Übergriffe wird auf Minderjährige verübt, Opfer werden kaum unterstützt. Oft herrscht Verwirrung darüber, ob es sich um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr handelt oder Ausbeutung.

2014 wurden 51 Blauhelme laut dem letzten UN-Bericht der sexuellen Ausbeutung beschuldigt, 2013 66, so der letzte Bericht von UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon. Die meisten jedoch werden erst gar nicht vermeldet.

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