Hungersnot von

UN: Zahl der Hungerleidenden auf der Welt erneut gestiegen

821 Millionen Menschen 2017 von Nahrungsmittelmangel betroffen

Die Zahl der hungerleidenden Menschen steigt wieder - unter anderem als Folge von Konflikten und Klimawandel.

Im Jahr 2017 hatten 821 Millionen Menschen, etwa jeder neunte Erdbewohner, zu wenig zu essen, wie die Landwirtschaftsorganisation (FAO) und weitere UN-Organisationen am Dienstag in Rom mitteilten. Im Jahr davor seien es noch rund 804 Millionen gewesen. Demnach haben weltweit 22 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren - insgesamt 151 Millionen - Wachstumsverzögerungen. Zugleich galten 672 Millionen Erwachsene - mehr als jeder Achte - als übergewichtig. 2014 lag deren Zahl noch bei 600 Millionen,

Jahrelang sank die Zahl der Hungerleidenden. Bis 2030 wollen die Vereinten Nationen den Hunger in der Welt eigentlich ganz überwunden haben. "Der Welthunger stieg in den letzten drei Jahren an und erreicht wieder Werte wie vor einem Jahrzehnt", heißt es nun in dem Bericht. Die Lage verschlimmere sich in Südamerika - vor allem in Venezuela - und in den meisten Regionen Afrikas. Südlich der Sahara war 2017 jeder vierte Mensch von chronischem Hunger betroffen.

Aber auch militärische Konflikte wie im Jemen und in Syrien seien für den Anstieg der Hungernden verantwortlich. So seien im Jemen 35 Prozent der Bevölkerung unterernährt, heißt es in dem Bericht.

Die UN betonen, dass neben Konflikten und Wirtschaftskrisen auch Klimaveränderungen stark zum Anstieg der Betroffenen beitragen. Die Zahl und der Anteil unterernährter Menschen sei deutlich höher in Ländern, die extremes Klima erlebten - etwa mehr Dürreperioden oder unregelmäßige Regenzeiten.

Den Bericht erarbeitete die FAO zusammen mit dem UN-Kinderhilfswerk (Unicef), der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Welternährungsprogramm (WFP) und dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD).

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