Umweltsünder? Rote Äpfel sollen ergrünen:
Apple-Konzern im Visier von Greenpeace

Vorstandschef Steve Jobs kritisiert neues Ranking

Umweltsünder? Rote Äpfel sollen ergrünen:
Apple-Konzern im Visier von Greenpeace

Der amerikanische Computerkonzern Apple will "grüner" werden. Nachdem Greenpeace Anfang April eine Liste der umweltfreundlichsten Hersteller veröffentlicht hatte, auf der Apple unter 14 Unternehmen - wie auch im Vorjahr - den letzten Platz eingenommen hat, wehrt sich die Firma nun gegen die Kritik der Umweltschützer. Tatsächlich seien viele giftige Chemikalien bereits aus Apple-Produkten entfernt worden, teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit.

Vorstandschef Steve Jobs kritisierte das Greenpeace-Ranking: Die Konkurrenten Dell, Hewlett Packard und Lenovo seien lediglich auf Grund ihrer Pläne, giftige Stoffe zu reduzieren, höher gereiht worden. Apple hingegen habe vieles bereits schon umgesetzt, jedoch bisher nicht kommuniziert.

RoHS-zertifiziert?
So habe Apple eigenen Angaben zufolge Mitte 2006 als erstes Unternehmen in der Computerindustrie bleihaltige Kathodenstrahlmonitore (CRT-Bildschirme) aus dem Angebot genommen. Die Computerhersteller Dell, Gateway, Hewlett Packard und der Gewinner der Greenpeace-Studie, Lenovo, würden diese Geräte nach wie vor verwenden, kritisierte Jobs. Eigenen Angaben zufolge produziert Apple nach der RoHS-Richtlinie der EU, die giftige Substanzen bei der Herstellung und Verarbeitung von elektrischen und elektronischen Geräten und Bauteilen verbietet. Chemikalien wie Cadmium, Krebs erregendes sechswertiges Chrom, oder schädliche Flammschutzmittel werden bei Apple schon seit Jahren nicht mehr verwendet, sagte Jobs.

Ehrgeizige Ziele
Noch im Jahr 2007 will Apple erstmals Flüssigkristallbildschirme (LCD-Monitore) ohne Arsengehalt im Glas auf den Markt bringen. Bis Ende des Jahres sollen zudem die ersten Quecksilber-freien Monitore mit Leuchtdioden-Technologie (LED) erhältlich sein, kündigte das Unternehmen an. Mit einer Reduktion von PVC in seinen Produkten habe Apple bereits vor zwölf Jahren begonnen und bromhaltiges Flammschutzmittel wurde ab 2001 begrenzt eingesetzt. Bis 2008 wolle man diese Stoffe gänzlich durch andere Materialien ersetzen, teilte Jobs mit. (apa/red)