Umweltskandal in Wien: Ex-Giftmüll-Lager laut Global 2000 Gefahr für Grundwasser

Umweltschützer warnen vor kontaminiertem Boden Belastungen mit Blei, Arsen, Kupfer und Quecksilber

Umweltskandal in Wien: Ex-Giftmüll-Lager laut Global 2000 Gefahr für Grundwasser

Das ehemalige Giftmüll-Lager in Wien-Simmering, das im Vorjahr nach Warnungen von Global 2000 von der Stadt Wien geräumt wurde, stellt laut den Umweltschützern noch immer eine Gefahr dar. Eine Bodenuntersuchung im eigenen Auftrag habe gesundheitsgefährdende Belastungen offen gelegt, so die Organisation am Sonntag in einer Aussendung. Die Öko-Aktivisten verlangten Sanierungsmaßnahmen und künftig strengere Kontrollen.

Gefunden habe man hohe Belastungen mit Blei, Arsen, Kupfer und Quecksilber, letzteres sogar in gesundheitsgefährdendem Ausmaß. Die Bleibelastung im Erdreich übersteige bei weitem jenen Maßnahmenschwellenwert, der eine Grundwassergefährdung anzeige und entsprechende Sanierungsmaßnahmen verlange.

Brisant ist aus Sicht der Umweltschützer, dass die Stadt noch im Jänner 2007 auf Anfrage von Global 2000 angegeben habe, Bodenproben aus elf verschiedenen Stellen des Geländes auf Schwermetalle untersucht zu haben. In dem Schreiben heiße es wörtlich, es sei "von den untersuchten Bereichen keine Gefährdung des Grundwassers zu erwarten".

Helmut Burtscher, Chemiker von Global 2000, kritisierte, dass die Stadt die konkreten Analyseergebnisse schuldig geblieben sei. Sie solle ihre Entwarnung bezüglich des Grundwassers anhand ihrer Daten begründen, meinte er. Nun gelte es, die negativen Auswirkungen der entstandenen Umweltschäden durch geeignete Sanierungsmaßnahmen einzugrenzen. (apa/red)