Umweltgifte fördern weiblichen Nachwuchs:
Dichtmittel und Weichmacher verantwortlich

"PCB" begünstigt den Verlust männlicher Embryonen Derartige Stoffe in Umgebung immer noch vorhanden

Umweltgifte fördern weiblichen Nachwuchs:
Dichtmittel und Weichmacher verantwortlich

Umweltgifte können starken Einfluss auf das Geschlecht des Nachwuchses nehmen. Eine US-Studie liefert den bisher deutlichsten Hinweis darauf, dass die sogenannten polychlorierten Biphenyle (PCB) den Mädchenanteil von Neugeborenen massiv erhöhen.

Zwar sind die Stoffe, die jahrzehntelang etwa als Dichtmittel oder Weichmacher verwendet wurden, wegen ihrer giftigen Eigenschaften inzwischen verboten. In der Umwelt finden sich die langlebigen Substanzen aber noch immer.

Mediziner um Irva Hertz-Piciotto von der Universität von Kalifornien verglichen die PCB-Werte von Frauen im Großraum San Francisco, denen während der Schwangerschaft in den 1960er Jahren Blut entnommen wurde. Je höhere Konzentrationen des Umweltgiftes die Proben enthielten, desto eher brachten die Frauen ein Mädchen zur Welt.

Mülledeponien gefährlich
Schwangere mit sehr hohen Werten hatten im Vergleich zu kaum belasteten Teilnehmerinnen eine um 33 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit für weiblichen Nachwuchs. "Eine hohe PCB-Konzentration begünstigt entweder die Befruchtung durch weibliche Spermien oder führt zum Verlust männlicher Embryonen oder Föten", erläutert Hertz-Piciotto.

Hohe PCB-Werte finden sich noch immer in der Umgebung früherer Herstellungsanlagen oder von Mülldeponien, aber auch etwa in Fischen aus belasteten Gewässern. Zudem schließen die Forscher nicht aus, dass polybromierte Diphenylether (PBDE), die etwa als Flammschutzmittel verwendet werden, wegen ihrer ähnlichen biochemischen Eigenschaften eine vergleichbare Wirkung haben könnten. (apa/red)