Umwälzende Hypothese aus Österreich:
Bits als Grundbausteine des Universums?

Austro-Quantenphysiker Zeilinger mit neuer Theorie Realität und Information sollen verbunden werden

Umwälzende Hypothese aus Österreich:
Bits als Grundbausteine des Universums? © Bild: Reuters/Bader

Mit einer möglicherweise umwälzenden Hypothese sorgt derzeit der Quantenphysiker Anton Zeilinger von der Universität Wien für Aufsehen. Als Grundbausteine des Universums sieht Zeilinger demnach die Information. Somit sind nicht Quarks oder Strings die kleinsten Einheiten, sondern das Bit. Der Wissenschafter möchte nun versuchen, Realität und Information in einer gemeinsamen Theorie zu verbinden.

Zeilinger präsentierte seine Ideen zu einer Art Vereinheitlichungs- Theorie von Realität und Information im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum 20-jährigen Bestehen der Wiener Vorlesungen. Die Frage, ob Dinge existieren, ohne dass sie jemand wahrnimmt, beschäftigt Philosophen schon seit jeher. Nicht zuletzt durch Zeilingers Arbeiten bestätigte sich auch im Experiment immer wieder, dass es nicht egal ist, ob ein Teilchen beobachtet wird oder nicht.

"Wirklichkeit und Information über Wirklichkeit können operationell nicht von einander getrennt werten", sagte Zeilinger und möchte deshalb versuchen, Realität und Information in einer gemeinsamen Theorie zu verbinden. Er vergleicht diese Idee mit Albert Einsteins Entwicklung der Raumzeit, als sich herausstellte, dass Raum und Zeit nicht zu trennen sind.

Als Grundbausteine sieht Zeilinger die Information. Damit wären auch nicht Quarks, Strings oder noch exotischere Dinge die kleinsten Einheiten des Universums, sondern ein mittlerweile guter Bekannter, nämlich das Bit. Neueste quantenphysikalische Experimente der Gruppe um Zeilinger, die in der neuen Ausgabe von "Nature" veröffentlicht werden, unterstützen diese Annahmen. (apa/red)