Umstrittene Kur ist 900 Jahre alt: Tipps von Hildegard von Bingen sind wieder populär

Von Dinkel über Fasten bis hin zur seelsichen Reinigung Kritik: Erkenntnisse beruhen auf Fakten des Mittelalters

Umstrittene Kur ist 900 Jahre alt: Tipps von Hildegard von Bingen sind wieder populär

Die Nonne und Äbtissin Hildegard von Bingen verstarb im Jahr 1179. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden ihre Schriften wieder entdeckt. Ab den 1970er Jahren erlangten ihre Ansätze vor allem durch den österreichischen Arzt Dr. Gottfried Hertzka neuerliche Popularität. Das medizinische Werk, welches zum Großteil aus einer Sammlung gesundheitsfördernder Methoden besteht, ist nicht unumstritten.

Die Schriften der Hildegard von Bingen beinhalten unter anderem Ernährungstipps, die Lehre über Pflanzenheilkunde, Bäder, Wickel, aber auch die Verminderung von schädlichem seelischen Stress. Dazu propagiert sie die Notwendigkeit des Ausgleiches zwischen Ruhe und Aktivität, Schlaf und Wachzustand. Positiven Einfluss auf das Wohlbefinden des Menschen machen nach Hildegard von Bingen auch viel Luft und Licht. Zu beachten ist auch, dass die mittelalterliche Medizinerin in ihren Schriften stets einen ganzheitsmedizinischen Ansatz verfolgt. Dies bedeutet, dass es immer einen Zusammenhang zwischen Körper, Seele und Geist gibt, denn die meisten Krankheiten entstehen nach ihrer Auffassung simultan in den körperlich-seelischen und spirituell-kosmologischen Bereichen.

Grundzüge der Behandlungen
Ihre Methoden bestehen vor allem aus ausgewogener Ernährung. Sie empfiehlt viele Kräuter, und vor allem Dinkel. Pflanzliche Arzneien, Minerale aber auch Edelsteine kommen teilweise unter Berücksichtigung der Mondphase zum Einsatz. Kombiniert wird die Behandlung auch mit Aderlass, Schröpfen, Fasten oder Schwitzbädern. Zur Seelenreinigung empfiehlt sie Liebe, Hoffnung, Gebet, Musik und Meditation.

Kritik
Die Hildegard von Bingen - Methode ist nicht unumstritten. Wissenschafter kritisieren, dass es hierzu keine empirischen Studien gibt, welche die Wirkung ihrer Methoden beweisen würden. Hinzu kommt, dass sich ihre Behandlungen am Forschungsstand des Mittelalters befinden und viele Fakten in der heutigen Zeit als überholt gelten. Außerdem wird unter anderem der Aderlass stark kritisiert.

Vorsicht
Viele Personen wenden Rezepte von Hildegard von Bingen zur Gesundheitsförderung an. Darüber hinaus arbeiten aber auch manche Ärzte mit ihren Erkenntnissen. Es wird empfohlen, ihre Methoden vor allem präventiv anzuwenden, denn die von ihr empfohlene Ernährung kann die Gesundheit fördern und Krankheiten vorbeugen. Schwere Erkrankungen sollten jedoch niemals ausschließlich mit Hildegard-Medizin behandelt werden! (red)