Umstrittene Entscheidung in US-Senat: "Ja" zu Förderung der Stammzellenforschung

Bush kündigt sofort Veto gegen geplantes Gesetz an US-Präsident: "Überschreitet moralische Grenze"

Umstrittene Entscheidung in US-Senat: "Ja" zu Förderung der Stammzellenforschung

Mit den Stimmen der meisten Demokraten und von 19 Republikanern hat sich der US-Senat in Washington für eine staatliche Finanzierung der Stammzellenforschung ausgesprochen. Die Senatoren stimmten nach leidenschaftlicher, 20-stündiger Debatte mit 63 zu 34 Stimmen für die Förderung der Forschung an embryonalen Stammzellen mit staatlichen Mitteln.

Auch das US-Repräsentantenhaus hatte sich im Jänner dafür ausgesprochen. Da es bei der Senatsabstimmung zu Gunsten der Förderung der Gentechnologie aber keine Zwei-Drittel-Mehrheit gab, wird US-Präsident George W. Bush wohl auch diesmal ein noch zwischen den beiden Kammern des US-Kongresses im Detail auszuhandendes Gesetz mit einem Veto verhindern.

Bush hatte bei diesem heftig umstrittenen Thema bereit im Juli vergangenen Jahres erstmals in seiner Amtszeit von seinem präsidialen Vetorecht Gebrauch gemacht und damit einen ähnlichen Gesetzentwurf des Kongresses verhindert. Bush sieht in einer Forschung, die die Manipulation embryonaler Stammzellen zulässt, "eine moralische Grenze" überschritten. Die Unterstützer der Stammzellenforschung hoffen, bislang als unheilbar geltende Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer mit neuen gentechnischen Methoden wirkungsvoll bekämpfen zu können.

Die Demokraten kündigten an, sie wollten auch im Falle eines Bush- Vetos weiter für die staatliche Förderung der Stammzellenforschung kämpfen. Eine "überwältigende Mehrheit der Amerikaner" unterstütze dieses Anliegen, betonte Senator Tom Harkin. (apa/red)