UMP zerstritten: Frankreichs Konservative über Kandidatur Segolene Royals besorgt

Zerstrittene Konservative mit Basiskämpfen Plus: Royal Präsidentschaftskandidatin der Sozialisten

UMP zerstritten: Frankreichs Konservative über Kandidatur Segolene Royals besorgt

Die triumphale Kür von Segolene Royal zur Präsidentschaftskandidatin der französischen Sozialisten (PS) durch mehr als 60 Prozent der PS-Basis hat bei der konservativen Regierungspartei "Union für eine Volksbewegung" (UMP) alarmierte Besorgnis ausgelöst. In der Tat befinden sich die Konservativen noch in einem verbissenen Barrikadenkampf zwischen den Anhängern von Innenminister und UMP-Chef Nicolas Sarkozy auf der einen und jenen des amtierenden Staatspräsidenten Jacques Chirac auf der anderen Seite, während bei den Sozialisten bereits von "Einheit im Kampf gegen die Rechte" die Rede ist.

"Jede Spaltung der Rechten ist von nun an gefährlich", betonte UMP-Senator Roger Kartouchi. Die Konflikte werden sich allerdings kaum vor der Kür des offiziellen UMP-Präsidentschaftskandidaten legen, die im Jänner auf dem Programm steht. Und auch danach könnte es Überraschungen geben, nachdem sowohl Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie, vormals Vorsitzende der in der UMP aufgegangenen Neogaullisten-Partei RPR, als auch Premier Dominique de Villepin die Möglichkeit durchblicken ließen, dass sie auch gegen Sarkozy ins Rennen um den Elysee-Palast gehen könnten. Für noch größere Ungewissheit sorgte diese Woche Bernadette Chirac, indem sie es in einem Interview nicht ausschloss, dass ihr 74-jähriger Mann für ein drittes Mandat antreten könnte. Chirac selbst wollte seine Entscheidung nicht vor März bekannt geben.

Aber selbst wenn Sarkozy den parteiinternen Kampf um die UMP-Investitur, wie zu erwarten, gewinnt, stellt Royal für ihn in den Augen zahlreicher politischer Beobachter eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Zunächst ist sie eine Frau, was für den Innenminister bedeutet, dass er im politischen Kampf andere und weniger erprobte Mittel einsetzen muss als gegenüber Männern. Zum Zweiten stellt Royal als weibliche Kandidatin mit Siegeschancen eine absolute Neuheit dar. Sarkozy, der sich selbst stets als Kandidaten des "Bruchs" darstellt, wird es schwer haben, als etwas Neues im politischen Panorama Frankreichs zu erscheinen.

Hinzu kommt, dass Sarkozy seit 2002 Mitglied der aktuellen Regierung und seit dem Vorjahr als Staatsminister für Innere Angelegenheiten Nummer Zwei derselben ist. Wenn er also ständig Kritik an den politischen Missständen in der Republik übt, so könnten diese negativen Noten in einem Boomerangeffekt auf ihn zurückfallen. Daher warnte ihn Premier Villepin auch davor, "nicht die ganze Arbeit der Regierung in die Brennesseln zu werfen". Versöhnlicher zeigte sich Gesundheitsminister Xavier Bertrand (UMP), der seine Parteifreunde aufrief, nicht zu zweit zur Präsidentenwahl anzutreten. "Zwei UMP-Kandidaten im ersten Durchgang würden notgedrungen null UMP-Kandidaten in der Stichwahl bedeuten", so Bertrand.

(apa)