Umgang mit Web 2.0 muss gelehrt werden:
Neues Schulprogramm zeigt Gefahrenquelle

Schülern soll damit Verantwortung gezeigt werden Worauf muss man achten und was ist zu vermeiden

Umgang mit Web 2.0 muss gelehrt werden:
Neues Schulprogramm zeigt Gefahrenquelle © Bild: saferinternet.at

Saferinternet.at, Unterrichtsministerium und Telekom Austria präsentieren das erste österreichische Schulprogramm zum Thema "Web 2.0 - Das Mitmach-Internet sicher und verantwortungsvoll nutzen". Die praxisnahen Unterrichtsmaterialien sind ab sofort kostenlos erhältlich.

Web 2.0 Anwendungen wie YouTube, Wikipedia, Facebook, MySpace, SchülerVZ & Co erfreuen sich gerade bei Kindern und Jugendlichen großer Beliebtheit: In sozialen Netzwerken präsentieren sich Kinder und Jugendliche und pflegen ihre Freundschaften, private Fotoalben landen weltweit zugänglich im Internet und es gibt kaum ein Referat in der Schule, bei dem nicht zu Recherchezwecken Wikipedia befragt wird.

Sichere Internetnutzung
Das neue Schulprogramm zum Thema Web 2.0 will Lehrende dabei unterstützen, die sichere und verantwortungsvolle Internetnutzung in der Schule zu fördern. Die Inhalte des Web 2.0 Schulpaketes basieren auf den Erfahrungen des von Telekom Austria TA AG und dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk) initiierten Pilotprojektes "Web 2.0 Klasse". Schüler und Lehrende an neun österreichischen Hauptschulen testeten mit Wiki und Weblog die Einsatzmöglichkeiten von Social Software im Schulunterricht und stellten Web 2.0 ein positives Zeugnis aus. Allerdings zeigte sich auch, dass bei der kompetenten Nutzung des Mitmach-Internets Risiken und rechtliche Bestimmungen bekannt sein müssen: Wie kann man vermeiden, zu viel Privates im Internet preiszugeben? Was muss man bei der Veröffentlichung von Fotos beachten? Wie glaubwürdig sind Informationen aus dem Internet? Worauf muss man aufpassen, wenn man fremde Inhalte übernimmt? Antworten auf diese Fragen liefert das Schulpaket, das ab sofort kostenlos für den Einsatz im Unterricht zur Verfügung steht und bei Saferinternet.at angefordert werden kann.

Jugendliche sind Vorreiter bei Web 2.0 Nutzung
Bereits 91 Prozent der 14- bis 19-Jährigen nutzen, zumindest passiv, die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia und 90 Prozent Videoplattformen wie YouTube. Auch soziale Netzwerke wie MySpace sind ein fixer Bestandteil des Alltags von Jugendlichen. 61 Prozent haben in Communitys bereits ein eigenes Profil und fast jeder Dritte verwendet diese Plattformen sogar täglich. Beim aktiven Mitwirken an den Web 2.0-Angeboten sind Jugendliche ebenfalls Spitzenreiter. 57 Prozent haben schon eigene Beiträge veröffentlicht oder sind daran interessiert.

"Junge Internetnutzer sind in technischer Hinsicht oft kompetenter als ihre Lehrenden, aber in vielen Fällen weniger kritisch, was Risiken betrifft", berichtet Bernhard Jungwirth, Projektkoordinator von Saferinternet.at. "Das Veröffentlichen persönlicher Daten, das ungeprüfte Übernehmen von Informationen aus dem Internet und die Verletzung von Urheberrechten sind die Bereiche, wo es den größten Informationsbedarf gibt."

Web 2.0 im Unterricht
Immer häufiger werden Web 2.0 Anwendungen, wie zum Beispiel Blogs und Wikis, aktiv im Schulunterricht eingesetzt. Denn vom Einsatz von Web 2.0 im Unterricht profitieren alle: Lehrende lernen die Möglichkeiten des Mitmach-Internet für den Unterricht zu nutzen - nicht selten können sie dabei vom Know-how der Jugendlichen profitieren - und Schüler werden im Unterricht für mögliche Risiken bei der Nutzung sensibilisiert.

"Unser Anliegen ist es, sowohl Lehrende als auch Schüler dabei zu unterstützen, die Vorteile des Internets für das Lernen nutzbar zu machen", sagt Helmut Stemmer vom Unterrichtsministerium. "Dabei kommt dem erfolgreichen Suchen, kritischen Bewerten und adäquaten Präsentieren von Informationen im Web 2.0 Zeitalter eine entscheidende Rolle zu."

Schulpaket kostenlos downloaden
Ab sofort stehen mit dem Schulpaket von Saferinternet.at erstmals kostenlos Unterrichtsmaterialien zum Thema "Web 2.0 - Das Mitmach-Internet sicher und verantwortungsvoll nutzen" für Österreichs Schulen zur Verfügung. Sie behandeln die wichtigsten Grundlagen und Anwendungen des Web 2.0, beschreiben, wie das Mitmach-Internet im Unterricht genutzt werden kann, und geben vor allem konkrete Tipps zur Vermeidung möglicher Risiken.

Die Materialien unterstützen Lehrende auch mit Kopiervorlagen, Arbeitsblättern, Übungen, Reflexionsfragen und weiterführenden Links. Sie können ab sofort kostenlos unter www.saferinternet.at/unterrichtsmaterialien heruntergeladen werden. Weitere Unterrichtsmaterialien zur sicheren Internet-Nutzung finden sich ebenfalls auf www.saferinternet.at .
(pts/red)