Umfragen zum TV-Duell: Fessel-Gfk sieht Zahl der Unentschlossenen halbiert

Unterschiedliche Ergebnisse der Meinungsforscher Fessel sieht Ferrero vorne, IFES: Fischer glaubwürdiger

Der Meinungsforscher Peter Ulram (Fessel-Gfk) geht davon aus, dass sich die Zahl der unentschlossenen Wähler unter den Sehern der gestrigen TV-Konfrontation zwischen Heinz Fischer und Benita Ferrero-Waldner "halbiert" hat. Insgesamt wüssten noch rund zehn Prozent nicht, wem sie ihre Stimme geben werden, sagte er am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Sprecher des Ferrero-Komitees, Kurt Bergmann. Sein Eindruck sei, dass von den bisher Unentschlossenen "erkennbar mehr" zu Ferrero-Waldner als zu Fischer gewechselt seien.

Empirisch erhoben wurden die Auswirkungen des TV-Duells auf das Wahlverhalten aber nicht. Eine gestern Abend von der ÖVP in Auftrag gegebene Fessel-Umfrage kam aber zu dem Ergebnis, dass 46 Prozent der Seher der Außenministerin ein besseres Abschneiden attestierten. 41 Prozent sahen Fischer vorne, 13 Prozent machten keine Angabe. "Eher ausgeglichen, mit leichtem aber erkennbarem Vorsprung für Ferrero-Waldner", so Ulram.

Unterschiedliche Ergebnisse brachten die ersten Umfragen der verschiedenen Meinungsforschungsinstitute unmittelbar im Anschluss an das TV-Duells: In einer Umfrage des Fessel-Gfk-Instituts schneidet ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner besser ab. In einer Blitzumfrage von IFES liegt Fischer in der Glaubwürdigkeit, in der sozialen Frage, beim Thema Neutralität und hinsichtlich der Überparteilichkeit vor Ferrero-Waldner.

In einer vom Gallup-Institut nach dem Duell durchgeführten Umfrage unter 350 Österreichern war für 47 Prozent der Zuseher der TV-Konfrontation Fischer "überzeugender". 44 Prozent attestierten der ÖVP-Kandidatin, überzeugender gewesen zu sein. Fischer wurde auch als "sattelfester", in Sachfragen kompetenter und politisch erfahrender empfunden. Ferrero-Waldner punktete dagegen mit Entschlossenheit und Sympathie und vermittelte mehr Handlungsstärke und internationale Kompetenz. Sie hat mit 49 Prozent Zustimmung auch "alles in allem den besseren Eindruck" gemacht (Fischer: 46 Prozent).

Ferrero-Waldner liegt in der Fessel-GfK-Umfrage in den Kategorien Abschneiden allgemein, Vertretung im Ausland, Sympathie und Ausstrahlung vor SPÖ-Kandidat Heinz Fischer. Nur in der Frage der Überparteilichkeit liegt Fischer in dieser Umfrage vor Ferrero-Waldner.

46 Prozent bescheinigten in der Umfrage Ferrero-Waldner, in der Diskussion alles in allem besser abgeschnitten zu haben, 41 Prozent sagten dies von Fischer. Zudem habe Ferrero - sie kam auf 47 Prozent - überzeugender dargelegt, wie sie das Amt führen wolle (Fischer 40 Prozent). In etwa gleich bewertet worden seien die Kandidaten in der Frage, wer überzeugender zu Zukunftsfragen Stellung bezieht (Ferrero 40 Prozent, Fischer 37).

Bei der IFES-Umfrage hat SPÖ-Kandidat Heinz Fischer für 32 Prozent der Befragten den besseren Eindruck hinterlassen, für 27 Prozent ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner. Und bei der Frage, inwieweit das TV-Duell bei der Wahlentscheidung geholfen hat, meinten 31 Prozent, die Debatte habe geholfen, 63 Prozent dagegen, sie habe nicht geholfen. (apa/red)