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Umfrage: Studentinnen lehnen Burschenschaften ab, Studenten weniger

Hohe Zustimmung zu Demokratie als bester Regierungsform - Jus-Studenten am demokratie-skeptischsten

Die Akzeptanz von schlagenden Burschenschaften unter Studierenden ist stark vom Geschlecht abhängig. Während 85 Prozent der Studentinnen die Bünde ablehnen, sind es bei den männlichen Studenten nur 46 Prozent, zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie. Die meisten "Fans" haben die Burschenschaften unter Jus-, Technik- und Wirtschaftsstudenten.

Für die vom Wiener Institut für Arbeitsmarkt- und Bildungsforschung (WIAB) in Kooperation mit dem Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Zeitgeschichte und der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) durchgeführte Studie beantworteten rund 2.700 Studenten im Wintersemester 2017/18 einen Online-Fragebogen zu den Themen Globalisierung, Autoritarismus, nationale Geschichtsbilder und demokratische Disposition. Verglichen wurden die Ergebnisse außerdem mit einer ähnlichen Befragung aus dem Jahr 2011 - diese umfasste allerdings nur einige große Universitäten.

Insgesamt zeigte sich (wie schon 2011) eine sehr hohe Zustimmung zur Demokratie: Diese ist für 84 Prozent "die beste Regierungsform, auch wenn sie Probleme mit sich bringen mag". Sieben Prozent stimmen eher nicht bzw. nicht zu, neun Prozent antworteten mit "teils, teils". Das entspricht fast genau dem Ergebnis von 2011. Die höchste Ablehnung der Aussage zeigte sich mit zwölf Prozent ausgerechnet bei den Jus-Studenten.

Gegenüber 2011 tendenziell leicht zugenommen hat der Wunsch nach "Experten" bzw. einer starken Führungspersönlichkeit an der Regierung: Immerhin 39 Prozent (2011: 33 Prozent) stimmten der Aussage zu, dass "ExpertInnen darüber entscheiden sollten, was für das Land das Beste ist". 27 Prozent (2011: 30 Prozent) stimmten eher nicht bzw. nicht zu. Mit 33 Prozent (2011: 36 Prozent) ein sehr hoher Prozentsatz griff zum "teils, teils" und wollte sich nicht eindeutig deklarieren.

Der Aussage "Man sollte eine starke Führungspersönlichkeit haben, die sich nicht um Parlament und Wahlen kümmern muss", stimmten acht Prozent zu. 82 Prozent lehnten dies ab, acht Prozent antworteten mit "teils, teils" (zwei Prozent machten keine Angabe, Anm.). 2011 wurde die Frage noch anders gestellt und nach einem "starken Führer" bzw. einer "starken Führerin" gefragt: Das wollten damals fünf Prozent, 88 Prozent lehnten dies ab.

Tendenziell eher abnehmend ist die Toleranz gegenüber anderen Religionen: Zwar billigen 88 Prozent Juden zu, Synagogen zu bauen und 72 Prozent Muslimen zu, Moscheen zu errichten. Allerdings nahm die Bereitschaft ab, diesen Religionen auch zuzubilligen, nach eigenen Glaubensgesetzen zu leben (bei Juden von 83 auf 79 Prozent und bei Muslimen von 74 auf 66 Prozent). Zehn Prozent der Studenten wollen Muslimen die Zuwanderung nach Österreich untersagen (2011: vier Prozent).

Kommentare

Heisst ja auch "BURSCHENschaften" und nicht "MÄDCHENschaften", is schon gut so :)

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