Umfrage unter Direktoren: Österreichs
Schüler nicht "schlimmer" als EU-Schnitt

Nur beim Schule-Schwänzen offenbar viel fleißiger Bravsten Schüler gibt es in Korea und Japan

ÖVP und Lehrer-Gewerkschaft rufen derzeit nach mehr Erziehungsmitteln für die Kinder und Jugendlichen an österreichischen Schulen - diese sind aber nach Ansicht der Direktoren offenbar genau so"brav" oder "schlimm" wie ihre Kollegen in den anderen EU-Staaten, wie eine Daten-Auswertung der letzten PISA-Studie durch das Dänische Technologie-Institut (DTI) zeigt. Laut einer Direktoren-Befragung gehen in Österreich zwar mehr Kinder in Schulen, in denen Schwänzen den Lernerfolg behindert, als im EU-Schnitt - geringere Schwierigkeiten als in Rest-Europa gibt es laut den Direktoren aber offenbar mit dem Stören des Unterrichts bzw. mangelndem Respekt vor den Lehrern.

In Österreich gehen 43 Prozent der Schüler in Schulen, deren Direktoren Schwänzen als einen lernbehindernden Faktor ansehen (EU-Schnitt 35 Prozent). Dagegen besuchen 38 Prozent der Jugendlichen in Österreich Lernanstalten, deren Direktoren das Stören des Unterrichts als belastend für das Schulklima empfinden (EU: 45 Prozent), ebenfalls weniger Probleme gibt es mit mangelndem Respekt vor Lehrern (Ö: 17 Prozent, EU: 24 Prozent).

Praktisch gleichauf mit den anderen EU-Staaten liegt Österreich beim Anteil jener Schüler, deren Direktor Alkohol bzw. andere Drogen (Ö: neun Prozent, EU: acht Prozent) als das Schulklima beeinträchtigend ansieht bzw. Einschüchterung oder Mobben von Mitschülern (je 15 Prozent).

Die Studienautoren weisen allerdings darauf hin, dass die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen seien: Das Urteil der Direktoren müsse nicht unbedingt genau die tatsächlichen Umstände reflektieren - außerdem würden die unterschiedlichen kulturellen Voraussetzungen die Einschätzungen der Schulleiter beeinflussen.

Die "bravsten" Schüler gibt es demnach in Korea und Japan, gefolgt von Dänemark und Belgien, die "schlimmsten" dagegen in Griechenland, der Türkei, Irland und Italien. "Highlights": In Italien besuchen 63 Prozent der Schüler eine Schule, deren Direktor Schwänzen als einen lernbehindernden Faktor ansieht, in Korea dagegen nur 13 Prozent. Drogen und Alkohol werden vor allem von griechischen und irischen Direktoren als Problem angesehen, mangelnder Respekt vor Lehrern vor allem von griechischen, norwegischen und japanischen Schulleitern.
(apa/red)